Afghanische Taliban starten „groß angelegte Offensivoperationen“ gegen Pakistan

Die Taliban-Truppen sagten, sie hätten die pakistanische Armee an der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan als Vergeltung für die tödlichen Angriffe Anfang dieser Woche angegriffen und dabei mehrere Außenposten der Armee erobert.

Die Streitkräfte der Taliban hätten am Donnerstag Pakistan an der Grenze zwischen den beiden Ländern angegriffen, teilte Kabul mit.

Die „groß angelegten Offensivoperationen“ seien eine Reaktion auf tödliche Luftangriffe auf Afghanistan Anfang dieser Woche gewesen, sagten Militär- und Regierungsbeamte.

Ein Taliban-Militärsprecher sagte, dass „schwere Angriffe auf pakistanische Außenposten“ im Gange seien und „keine Verluste auf afghanischer Seite“ zu beklagen seien. Ein Sprecher der Taliban-Regierung sagte, dass bei den Operationen 15 Außenposten der pakistanischen Armee erobert worden seien.

Die pakistanische Regierung reagierte nicht sofort auf die afghanische Forderung.

Die Militäroperation folgt auf pakistanische Angriffe auf die Provinzen Nangarhar und Paktika in der Nacht zum Sonntag, bei denen nach Angaben der UN-Mission in Afghanistan mindestens 13 Menschen getötet wurden.

Die Taliban-Regierung gab an, dass mindestens 18 Menschen getötet worden seien, und dementierte die Ankündigung Pakistans, bei der Militäroperation seien mehr als 80 Militante ums Leben gekommen.

Auch am Dienstag meldeten beide Seiten grenzüberschreitende Brände, allerdings ohne Verluste.

Die Beziehungen zwischen den Nachbarländern haben sich in den letzten Monaten verschlechtert, da die Landgrenzübergänge seit den tödlichen Kämpfen im Oktober, bei denen auf beiden Seiten mehr als 70 Menschen ums Leben kamen, weitgehend geschlossen waren.

Islamabad wirft Kabul vor, nicht gegen militante Gruppen vorzugehen, die in Pakistan Anschläge verüben, was die Taliban-Regierung bestreitet.

Nach einer Reihe tödlicher Selbstmordanschläge startete das pakistanische Militär seine jüngste Runde von Luftangriffen auf Afghanistan.