Medienberichten zufolge hat der deutsche Automobilhersteller einem freiwilligen Entlassungsprogramm zugestimmt, das sich auf Verwaltungs- und Entwicklungsfunktionen konzentriert und gleichzeitig betriebsbedingte Entlassungen und Stellenkürzungen in der Produktion ausschließt.
BMW wird in Deutschland mehrere tausend Arbeitsplätze abbauen und ist damit der jüngste große deutsche Automobilhersteller, der ein umfangreiches Kostensparprogramm auf den Weg bringt.
Die Pläne wurden laut deutschen Medienberichten am Mittwoch von Vorstandsvorsitzender Milan Nedeljković und Betriebsratsvorsitzender Martin Kimmich den Mitarbeitern in München vorgestellt.
BMW und sein Betriebsrat haben sich auf ein freiwilliges Entlassungsprogramm geeinigt, das sich auf Verwaltungs- und Entwicklungsfunktionen konzentriert, während die Produktion ausgeschlossen wird, sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber Reuters.
Eine mit den Plänen vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur, dass die weltweite Belegschaft von BMW voraussichtlich um rund 8.000 Mitarbeiter schrumpfen werde. Nach Angaben von BMW beschäftigte der Konzern Ende 2025 weltweit 154.540 Mitarbeiter.
Das Handelsblatt berichtete unter Berufung auf Unternehmensquellen, dass das Programm im Oktober 2026 beginnen und bis Ende 2027 andauern soll. BMW erwarte durch die Maßnahmen ab 2028 jährliche Einsparungen von rund einer Milliarde Euro, hieß es in der Zeitung.
Mehr als die Hälfte der BMW-Belegschaft ist in Deutschland beschäftigt, wo das Programm zur freiwilligen Entlassung durchgeführt wird. Laut deutschen Medienberichten soll daher ein erheblicher Teil der Reduzierungen im Land stattfinden.
Der Münchner Merkur berichtete, dass Verwaltungs- und Entwicklungsfunktionen in München, Regensburg, Dingolfing und Leipzig voraussichtlich besonders betroffen sein werden.
Das Forschungs- und Innovationszentrum von BMW, kurz FIZ genannt, beschäftigt der Zeitung zufolge in München rund 25.000 Ingenieure, Entwickler, Designer und Wirtschaftsspezialisten. Es wird erwartet, dass der Großteil der Kürzungen auf Verwaltungs- und Entwicklungsfunktionen zurückzuführen ist.
BMW setzt auf freiwilliges Sozialabbauprogramm
BMW plant keine betriebsbedingten Kündigungen. Stattdessen startet das Unternehmen das, was deutsche Medien unter Berufung auf Unternehmensquellen als das größte freiwillige Abfindungsprogramm seiner Geschichte bezeichnen.
Die Angebote richten sich vor allem an Mitarbeiter in Verwaltung und Entwicklung und nicht an Produktionsmitarbeiter.
Das Programm wird BMW voraussichtlich Hunderte Millionen Euro kosten. Der endgültige Betrag sei jedoch schwer abzuschätzen, da er davon abhänge, wie viele Mitarbeiter ein Angebot angenommen hätten, sagte das Unternehmen.
Die individuellen Abfindungszahlungen richten sich nach dem Gehalt und der Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter.
Das BMW-Management und die Arbeitnehmervertreter hatten in den vergangenen sechs Wochen intensiv über das Programm verhandelt, wobei die Betriebsversammlung am Mittwoch als Stichtag für eine Einigung diente.
BMW folgt anderen deutschen Autobauern beim Stellenabbau
BMW ist durch das schwächere Geschäft in China und den Strukturwandel der Automobilindustrie, einschließlich der zunehmenden Konkurrenz chinesischer Automobilhersteller, unter Druck geraten.
Im Juni senkte BMW seine Gewinnprognose für 2026 und verwies auf die sich verschlechternden Bedingungen in China und die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten. Das Unternehmen kündigte an, Struktur- und Effizienzmaßnahmen zu intensivieren und zu beschleunigen.
Mercedes-Benz hat außerdem ein freiwilliges Sozialabbauprogramm eingeführt.
Porsche, Teil des Volkswagen-Konzerns, kündigte diese Woche an, bis 2035 weitere 5.000 Stellen abzubauen. Dazu kommen die im Februar 2025 vereinbarten 3.900 Stellenkürzungen und weitere 500 Stellen im Zusammenhang mit der Schließung von Tochtergesellschaften, sodass sich der angekündigte Gesamtabbau auf rund 9.400 Stellen beläuft.
Volkswagen-Chef Oliver Blume drängt darauf, den geplanten Personalabbau konzernweit auf 100.000 Stellen zu verdoppeln, weitere Kürzungen sind jedoch nicht vereinbart.