Bündnis gegen Unsichtbarkeit: Prado und Rijksmuseum bündeln ihre Kräfte für Frauen in der Kunst

Das Madrider Prado-Museum und das Amsterdamer Rijksmuseum bündeln ihre Kräfte in einer strategischen Allianz, um die Rolle der Frau in der Geschichte zu erforschen und das gemeinsame Erbe zwischen Spanien und den Niederlanden neu zu bewerten.

Das Madrider Prado-Museum und das Amsterdamer Rijksmuseum haben sich zusammengetan, um die Erinnerung an Frauen in der Kunst wiederherzustellen. Die beiden großen europäischen Galerien bündeln ihre Bemühungen, um die gemeinsame Geschichte zwischen Spanien und den Niederlanden wieder aufleben zu lassen und Künstlerinnen, Mäzeninnen und Schlüsselfiguren in ihren Räumen den Stellenwert zu geben, den sie schon immer verdient haben.

Kernstück dieser Vereinbarung ist ein internationales Postdoktorandenstipendium, das im Jahr 2027 beginnt. Ziel ist es, in die Sammlungen einzutauchen und die Rolle der Frau während der Habsburgerzeit zu beleuchten. Die Erkenntnisse werden in kommende Projekte in beiden Museen einfließen und 2029 in einer großen Ausstellung im Rijksmuseum gipfeln.

Dieser Schritt festigt einen Weg, den beide Institutionen bereits getrennt verfolgt haben. Auf der einen Seite steht die Initiative „El Prado en Femenino“, die nach der Rückkehr von Namen wie Clara Peeters und Sofonisba Anguissola, zwei der bedeutendsten Malerinnen der europäischen Kunstgeschichte, nun für diesen Herbst eine Ausstellung über Marianen von Österreich vorbereitet.

Auf der anderen Seite steht das Projekt „Women of the Rijksmuseum“, das seit 2021 Hunderte von Werken analysiert und Stücke von bisher übersehenen Künstlerinnen wie Gesina ter Borch, Maria van Oosterwijck und Marlow Moss in seinen Katalog aufgenommen hat.

Wichtige Fakten zum Postdoktorandenstipendium

  • Ausschreibung: Das Auswahlverfahren startet im Oktober 2026.
  • Programmstart: September 2027.
  • Forschungsschwerpunkt: Arbeit mit den Sammlungen des Prado-Museums und des Rijksmuseums zur Rolle der Frau in der Habsburgerzeit.
  • Abschlussprojekt: Der ausgewählte Forscher wird eine aktive Rolle in der großen Ausstellung zu diesem Thema spielen, die 2029 im Amsterdamer Museum stattfinden wird.