„Crashout“, „Ragebait“ oder „Peak“: Möchten Sie wissen, welches Wort bei der deutschen Jugend am beliebtesten ist?

Die drei Spitzenreiter „Crashout“, „Ragebait“ und „Peak“ sind im Rennen um Deutschlands Jugendwort des Jahres 2026, wobei Anglizismen besonders im Trend liegen. Der Siegerbegriff wird diesen Samstag auf der Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben.

Seit Wochen können junge Deutsche darüber abstimmen, welches Wort ihre Generation am besten widerspiegelt. Die Favoriten sind „Crashout“, „Ragebait“ und „Peak“. Zusammen erreichten sie Stimmen im mittleren sechsstelligen Bereich. Die Umfrage stand 11- bis 20-Jährigen offen.

Am Samstag wird Langenscheidt, der hinter der Abstimmung stehende Verlag, auf der Frankfurter Buchmesse den diesjährigen Siegertitel bekannt geben. Das sind die Favoriten.

Absturz

Bei einem „Crashout“ haben Sie die Kontrolle verloren. „Völlig die Fassung verlieren, ausrasten oder emotional explodieren“, definiert die Langenscheidt-Jury den Begriff, der es bereits unter die ersten drei geschafft hat.

Der Clou: Es bedeutet nicht immer, dass jemand wirklich überreagiert. Das Wort kann auch ironisch verwendet werden, insbesondere wenn ein Gefühlsausbruch durch etwas Triviales ausgelöst wird.

Ragebait

Unter diesem Begriff versteht man digitale Beiträge in sozialen Medien: Inhalte, die gezielt dazu dienen, eine Reaktion hervorzurufen. „Mit provokativen Ansichten, eklatanten Falschbehauptungen oder völlig wilden Meinungen wird versucht, Ärger zu schüren“, erklärt die Langenscheidt-Jury.

Denn Antworten sind auf Plattformen wie Instagram oder TikTok die Währung. Reaktionen bringen Klicks, Kommentare, Shares und Reichweite. Je größer die Empörung, desto häufiger wird ein Beitrag angezeigt: Der Algorithmus steigert ihn.

Gipfel

Dieses ursprünglich englische Wort lässt sich im Deutschen tatsächlich wörtlich übersetzen: Es geht um Spitzenwerte, Höhepunkte und Gipfel. „Wenn etwas Spitze ist, dann ist es das Beste vom Besten – der absolute Höhepunkt, höchste Qualität oder einfach 10/10“, urteilt die Langenscheidt-Jury.

Die anderen am häufigsten gewählten Wörter des Jahres 2026:

Insgesamt entfielen laut einer Analyse des Herausgebers 43 Prozent aller abgegebenen Stimmen auf die ersten drei Wahlperioden. Seit 2008 wird es zum Jugendwort des Jahres gekürt.

Für Langenscheidts Sprecher gab es eine Überraschung. Das beliebte 67 (Six Seven), das mit einer Handbewegung daherkommt, schaffte es nur in die Top Ten und nicht in die drei beliebtesten Begriffe. Dabei geht es weniger um eine feste Bedeutung als vielmehr um Zugehörigkeit. Dank TikTok, Basketball-Memes und vor allem dem Song „Doot Doot (6 7)“ des US-Rappers Skirlla verbreitete sich der Trend viral.

„Wir waren uns eigentlich sicher, dass 67 unter den ersten Drei landen würde“, sagte der Verlagssprecher. „Es zeigt einmal mehr, wie unvorhersehbar und schnell sich die Jugendsprache entwickelt.“ Dass es sich bei vielen der Wörter um Anglizismen handelt, überraschte den Verlag hingegen wenig – das war bereits im Jahr 2023 der Fall.

Ein weiterer absoluter Klassiker, „Digga“, war erneut unter den Einsendungen, allerdings belegte der Begriff bisher noch nie den ersten Platz.

Außerdem schaffte es die Zeile „Du bist gut genug“ aus einem Song von KitschKrieg, Shirin David und Blumengarten in die Top Ten. Der kurze Satz ging auf TikTok und anderen Plattformen viral und begeisterte auch das Publikum im Ausland. Laut Langenscheidt-Jury gibt es mittlerweile unzählige Memes, Remixe und Parodien davon.

Ein anderer Begriff, „Guter Käse“, hat keine wörtliche Bedeutung, sondern steht in etwa für „sehr gut“ und „fest“ und zählt zu den zehn beliebtesten Ausdrücken. „Macker“ kann je nach Kontext „Freund“, „Schwarm“, „Kumpel“ oder einfach „Typ“ bedeuten. „Schere“ kommt aus dem Gaming und wird im Sinne von „Tut mir leid, mein Unglück“ verwendet.

Noch eine weitere Sprache hat es in die Top Ten geschafft: die türkische Version des Wortes „super“. Weithin bekannt wurde der Begriff durch ein virales Video eines Ultramarathonläufers, der auf die Frage „Wie geht es dir?“ antwortete. antwortete nach seinem Rennen schlicht „Süper“.

„Mehrzweckeier“ von der Jury ausgeschlossen

Auch einen Begriff, der in diesem Jahr mehrfach eingereicht wurde, schloss die Jury aus: „Mehrzweckeier“. Der Ausdruck tauchte erstmals bei einer Demonstration gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht auf. Das Plakat trug ursprünglich den Slogan „Merz leck Eier“, der von der Polizei beschlagnahmt wurde. Gegen den Demonstranten wurde daraufhin wegen Verleumdung und Verleumdung ermittelt.

Anschließend rief eine Kampagne auf Reddit dazu auf, den veränderten Begriff „Mehrzweckeier“ als Kandidat für das Jugendwort des Jahres 2026 einzureichen. Die Jury legte dagegen ihr Veto ein, „weil der Begriff einer Kampagne entstammt und gleichzeitig auf einer persönlichen Beleidigung beruht“, wie es in der Begründung heißt. Damit erfülle es zwei wesentliche Ausschlusskriterien, so die Jury.

Gammelfleischparty: Das allererste Jugendwort des Jahres

2008 wurde „Gammelfleischparty“ zum ersten Jugendwort des Jahres überhaupt gewählt. Es bezieht sich auf eine Party der über 30-Jährigen und ist ein zynischer Kommentar dazu, wie junge Menschen ältere Generationen sehen.

Im Laufe der Jahre wurden Begriffe wie „hartzen“, „swag“ und das Akronym „Yolo“ („man lebt nur einmal“) zu Gewinnern gewählt.

Mehr Stimmen als je zuvor

Nicht zuletzt dank der sozialen Medien und der Verlesung der Shortlist durch Susanne Daubner in der Tagesschau hat die Wahl zum Jugendwort des Jahres große Aufmerksamkeit erregt.