Die globalen Märkte erholten sich, nachdem der US-Präsident seine Haltung gegenüber der arktischen Insel änderte und behauptete, dass eine Einigung in Arbeit sei.
Die globalen Aktienmärkte erholten sich am Donnerstag, als US-Präsident Donald Trump die Zolldrohungen im Zusammenhang mit Grönland zurücknahm.
Beim jährlichen Gipfeltreffen des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos sagte Trump, er habe sich nach einem Treffen mit Mark Rutte, dem NATO-Generalsekretär, auf den „Rahmen eines künftigen Abkommens“ zu Grönland geeinigt.
Der Präsident behauptete, er werde keine militärische Gewalt anwenden, um die Insel von Dänemark zu erobern, und ließ auch Pläne fallen, ab dem 1. Februar zusätzliche Zölle auf europäische Länder zu erheben.
Details zum künftigen Deal sind rar, obwohl die Anleger sichtlich über die Deeskalation erfreut waren.
Kurz nach der Eröffnungsglocke in Europa wurde der französische CAC 40 um 1,31 % höher gehandelt, der deutsche DAX verzeichnete einen Anstieg um 1,23 %, der spanische IBEX 35 stieg um 1,05 % und der italienische FTSE MIB stieg um 0,97 %. Der britische FTSE 100 notierte 0,76 % höher, während der breitere STOXX Europe 600 um 1,15 % zulegte.
Ein globaler Aufschwung, wenn die Spannungen nachlassen
Der Optimismus in Europa spiegelte die Bewegungen auf den asiatischen Märkten wider: Der japanische Nikkei 225 stieg um 1,73 %, der chinesische SSE Composite Index um 0,14 % und der australische S&P/ASX 200 um 0,75 %. Der Hang Seng in Hongkong stieg um weniger als 0,1 %, während der südkoreanische Kospi einen Anstieg von 0,87 % verzeichnete, zum ersten Mal die 5.000-Marke durchbrach und bei einem Rekordwert von 4.952,53 schloss.
In den letzten 12 Monaten hat sich der Kospi aufgrund des KI-Booms zum weltweit leistungsstärksten Index entwickelt, wobei in Südkorea die wichtigen Chiphersteller Samsung Electronics und SK Hynix beheimatet sind.
Die ohnehin schon hoch bewerteten Halbleiterfirmen verzeichneten einen noch weiteren Anstieg ihrer Aktien, nachdem Nvidia-Chef Jensen Huang am Mittwoch in Davos gesprochen hatte. Huang behauptete, dass der KI-Übergang Investitionen in Billionenhöhe erfordern würde, was die Ängste vor Überbewertungen zerstreuen würde – zumindest vorerst.
Der Philadelphia Semiconductor Index, der 30 US-amerikanische Halbleiterunternehmen abbildet, schloss am Mittwoch 3,18 % höher.
Betrachtet man die allgemeine US-Stimmung, so wurden S&P-500-Futures um 0,40 % höher gehandelt, Dow-Jones-Futures stiegen um 0,20 % und Nasdaq-Futures stiegen um 0,64 %.
Gold und US-Staatsanleihen
Als die Spannungen zwischen der EU und den USA nachließen, ging die Nachfrage nach sicheren Häfen zurück.
Gegen 9:30 Uhr MEZ wurde Gold 0,19 % niedriger bei 4.828,30 $ pro Unze gehandelt – nachdem am Mittwoch ein Rekordhoch von über 4.800 $ erreicht wurde.
Die Beliebtheit des Metalls hängt mit seiner Liquidität und seinem Status als Inflationsschutz zusammen, aber auch ein schwächerer Dollar und sinkende US-Zinsen haben dem Goldbarren Auftrieb gegeben.
Wenn der Dollar an Wert verliert, wird Gold für ausländische Käufer vergleichsweise günstiger und treibt somit die Nachfrage und die Preise in die Höhe. Niedrige US-Zinsen erhöhen auch die Attraktivität von Gold im Vergleich zu verzinslichen Vermögenswerten, da Anleger keine nennenswerten Verluste erleiden, wenn sie sich für das Metall gegenüber Vermögenswerten wie Anleihen entscheiden.
Der Dollar-Index, der den Dollar gegenüber sechs anderen Währungen abbildet, wurde am Donnerstag weniger als 0,1 % höher bei 98,81 gehandelt.
Auch die Renditen langfristiger US-Anleihen sanken nach einem Anstieg zu Beginn der Woche, der mit den Spannungen in Grönland und der Bedrohung der Unabhängigkeit der Federal Reserve zusammenhängt, da Trump sich auf die Ernennung eines neuen Vorsitzenden vorbereitet. Ein weiterer Grund für den früheren Renditeanstieg ist die Volatilität in Japan, da einige Anleger Geld von US-Anlagen in höher verzinsliche japanische Schulden umschichten.
In den kommenden Tagen werden die Märkte auf weitere Details zu Trumps Grönland-Deal achten, da Dänemark betont hat, dass die Souveränität der Insel nicht zur Verhandlung steht. Am Donnerstag findet in Brüssel ein Notfallgipfel der EU-Staats- und Regierungschefs statt, um der Bedrohung durch die USA zu begegnen.