Da Overtourism beliebte Reiseziele heimsucht und der Klimawandel traditionelle Urlaubsorte im Sommer unangenehm heiß macht, ändern die Besucher ihre Richtung.
Neue Daten zeigen, dass Reisende nach Europa zunehmend weniger befahrene Regionen und ruhigere Nebensaisonen bevorzugen.
Da Overtourism beliebte Reiseziele heimsucht und der Klimawandel traditionelle Urlaubsorte im Sommer unangenehm heiß macht, ändern die Besucher ihre Richtung.
Untersuchungen von Mabrian und Data Appeal haben ergeben, dass ausländische Touristen für ihr Europa-Abenteuer vor allem nördliche Gefilde und Naturerlebnisse suchen.
Coolcations auf dem Vormarsch
Die Daten zeigen, dass klassische Reiseziele immer noch ganz oben auf der Wunschliste von Reisenden stehen, wobei Regionen wie Latium und die Toskana in Italien, Andalusien in Spanien und Attika in Griechenland im Jahr 2025 fast ein Drittel der gesamten Auslandsaufenthalte von Besuchern in Europa ausmachen.
Die Ziele mit dem stärksten Nachfragewachstum zeigten jedoch eine andere Seite des Bildes.
Die Untersuchung ergab eine zunehmende Attraktivität für nördliche Regionen wie Südfinnland und Vestland in Norwegen.
Reisende bevorzugen auch nördliche Gebiete weiter südlicher europäischer Länder, wie Galizien in Spanien, Trentino-Südtirol in Italien sowie die Normandie und das Elsass in Frankreich.
Dies spiegelt die wachsende Vorliebe für „Coolcations“ wider, da die steigenden Temperaturen Urlauber von Reisezielen abschrecken, die normalerweise mit Sommerferien in Verbindung gebracht werden.
Besucher aus Übersee scheinen auch nach ruhigeren Orten zu suchen, was durch den Aufstieg mitteleuropäischer Regionen, einschließlich Gebiete in Kroatien und Polen, sowie durch die zunehmende Beliebtheit weniger überfüllter Küstenziele in Griechenland (wie den Ionischen Inseln) und Türkiye (der Marmararegion) deutlich wird.
Auch Reiseziele, die das europäische Kulturerbe stark repräsentieren, erfreuen sich eines wachsenden Interesses, beispielsweise Zentralanatolien in der Türkei und Galway County in Irland.
Den Forschern zufolge haben alle diese aufstrebenden Reiseziele ein zentrales Merkmal gemeinsam: Während die Kultur nach wie vor eine transversale Motivation für Überseereisende darstellt, sind Natur und Aktivtourismus die Hauptgründe für die Wahl dieser Alternativen.
Reisende aus Übersee bevorzugen die Nebensaison
Die Daten deuteten auch auf ein zunehmendes gegensaisonales Reisemuster hin. Besucher aus Übersee meiden zunehmend die Hauptmonate – insbesondere den Juli und noch deutlicher den August – und bevorzugen die Nebensaison.
Dies deutet erneut auf den Wunsch hin, Überfüllung und Sommerhitze zu vermeiden.
„Diese Daten verdeutlichen deutlich die Möglichkeiten für eine territoriale und saisonale Streuung des Tourismus“, sagte ein Mabrian-Sprecher.
„Es ist wichtig, dass diese alternativen Reiseziele ein umfassendes Angebot an touristischen Produkten und Dienstleistungen anbieten, einschließlich voll funktionsfähiger Unterkünfte, die auf die Vorlieben und Bedürfnisse dieser Langstreckenreisenden zugeschnitten sind.“