Im Wassermanagement Zyperns sind dringende Reformen erforderlich, da die Prüfung gravierende Mängel aufzeigt

Inmitten einer Wasserknappheitskrise stellte das Rechnungsprüfungsamt Schwachstellen bei der Verwaltung der Reserven fest.

Der Rechnungshof Zyperns hat den dringenden Handlungsbedarf bei der Bewirtschaftung der Wasserressourcen hervorgehoben, insbesondere angesichts des Klimawandels und der drohenden Wasserknappheit.

Die Bewirtschaftung der Wasserressourcen der Republik Zypern ist von entscheidender Bedeutung, stellt das Rechnungsprüfungsamt fest, da das Land sowohl aufgrund von Wasserknappheit als auch sich ändernden klimatischen Bedingungen vor großen Herausforderungen steht.

In diesem Zusammenhang ist die Rolle des Water Development Department (DWD), das für die Bewirtschaftung und Überwachung der Wasserressourcen zuständig ist, noch wichtiger.

Verbrauchsüberwachung

Bei der Prüfung wurden Schwachstellen bei der Messung und Abrechnung der Wasserversorgung, der Dokumentation von Kontrollmaßnahmen und der Überprüfung der Genauigkeit des Wasserzählers festgestellt.

Zwei wichtige Annahmestellen, auf die 64 Prozent des Verbrauchs im Distrikt Nikosia entfallen, wurden nicht regelmäßig überprüft.

Die Wasserentwicklungsabteilung hatte weder Zugriff auf die Wasserzähler des Limassol Water Supply Board noch auf das Telemetriesystem des Larnaca Water Supply Board, was zu Unsicherheit hinsichtlich der Genauigkeit der in Rechnung gestellten Mengen führte. Es wurden unerklärliche Abweichungen bei den Zählerständen beobachtet, aber nicht untersucht, und die Formulare wurden nicht konsequent ausgefüllt.

Das computergestützte Wasserabrechnungssystem wies auch Schwachstellen in der Zugangskontrolle und Datensicherheit auf.

Kapazität zur Einnahmenerhebung

Die von TAY eingezogenen Beträge beliefen sich auf 147,7 Millionen Euro, wovon 69,2 Millionen Euro auf angehäufte Schulden, hauptsächlich bei lokalen Behörden (Local Authorities, LAs), entfielen.

Obwohl Vereinbarungen getroffen wurden, um alte Schulden unter der Bedingung zu streichen, dass die Kommunen künftigen Verpflichtungen nachkommen, häuften sich weiterhin neue Schulden an.

Im Laufe der Zeit wurden den türkisch-zyprischen Verbrauchern zusätzliche 58,1 Millionen Euro Wasser zur Verfügung gestellt, jedoch aufgrund einer politischen Entscheidung nicht in Rechnung gestellt.

Unfähigkeit, abschreckende Maßnahmen zu ergreifen

Die Prüfung ergab auch Verzögerungen bei der Einleitung rechtlicher Schritte zur Beitreibung von Schulden. In einigen Fällen wurde überhaupt kein Verfahren eingeleitet.

Besonders besorgniserregend ist das Fehlen wirksamer Maßnahmen zur Eindämmung übermäßiger Pumpen durch private Unternehmen, die weiterhin weitgehend unkontrolliert arbeiten und die Wasserversorgung in ihren Einsatzgebieten gefährden.

Es wurden auch Fälle von übermäßigem Wasserverbrauch und fehlender Erhebung von Wassergebühren durch Unternehmen sowie das Versäumnis, Projekte zur Wasserangemessenheit in Gebieten wie Polis Chrysochous und Tilleria rechtzeitig zu fördern, obwohl bis 2022 eine entsprechende Studie abgeschlossen wurde, festgestellt.

Bedarf an Stärkungsmaßnahmen

Die Ergebnisse der Prüfung unterstreichen die Notwendigkeit einer besseren Organisation, einer strengeren Überwachung und einer effektiveren Nutzung der Ressourcen des Wasserentwicklungsministeriums in Zypern.

Gestärkte Kontrollmechanismen, zeitnahe Entscheidungsfindung und die Entwicklung und Umsetzung eines langfristigen strategischen Plans anstelle reaktiver Maßnahmen bei chronischen Problemen sind für eine moderne, verantwortungsvolle und nachhaltige Wasserpolitik von wesentlicher Bedeutung.