Am Donnerstag kam es in Havanna zu vereinzelten Protesten, als die Bewohner ihre Frustration über die zunehmende Knappheit an Nahrungsmitteln, Strom und Treibstoff zum Ausdruck brachten, was zu einer sichtbaren Sicherheitspräsenz führte. Die kubanische Regierung gab bekannt, dass die Treibstoffreserven des Landes vollständig erschöpft seien, nachdem eine 100.000 Tonnen schwere Notlieferung russischen Rohöls, die Ende März eintraf, aufgebraucht war.
In den östlichen Provinzen kam es zu längeren Stromausfällen, während Anwohner in mehreren Stadtteilen Havannas protestierten, indem sie Töpfe schlugen und riefen, die Stromversorgung solle wiederhergestellt werden.
Energieminister Vicente de la O Levy sagte dem Staatsfernsehen, dass die Situation „sehr angespannt“ geworden sei, da die Treibstofflieferungen zurückgegangen seien. Präsident Miguel Diaz-Canel machte das US-Embargo und die jüngsten Sanktionen gegen die Ölversorgung der Insel mit 9,6 Millionen Einwohnern für die Engpässe verantwortlich.
Die Krise hat sich seit Januar verschärft, als strengere US-Restriktionen die Treibstoffimporte nach Kuba behinderten. Laut von AFP zusammengestellten Daten kam es Anfang dieser Woche in rund 65 Prozent des Landes zu gleichzeitigen Stromausfällen, während es in einigen Gebieten Havannas zu Ausfällen von mehr als 19 Stunden pro Tag kam. Kuba ist auf acht veraltete thermoelektrische Kraftwerke angewiesen, von denen einige seit über 40 Jahren in Betrieb sind und regelmäßig ausfallen.