Kanada wurde erstmals 1998 für masernfrei erklärt.
Kanada hat seinen Masern-Eliminationsstatus verloren, fast drei Jahrzehnte nachdem es erstmals als frei von der hochansteckenden Krankheit zertifiziert wurde.
Das Land kämpft seit Oktober 2024 mit einem massiven Masernausbruch. In diesem Jahr wurden in 10 Gerichtsbarkeiten mehr als 5.100 Fälle und zwei Todesfälle gemeldet.
Kanada wurde 1998 erstmals für masernfrei erklärt. Das Gesundheitsamt teilte am Montag mit, dass es diesen Status verloren habe, weil sich derselbe Masernstamm seit mehr als einem Jahr unkontrolliert ausgebreitet habe.
„Während sich die Übertragung in letzter Zeit verlangsamt hat, hält der Ausbruch seit über 12 Monaten an, hauptsächlich in untergeimpften Gemeinden“, sagte die Agentur.
Laut nationalen Gesundheitsdaten traten in diesem Jahr bisher 88 Prozent der Masernfälle bei ungeimpften Menschen auf.
Masern sind so ansteckend, dass eine ungeimpfte Person erkranken kann, wenn sie einen Raum betritt, in dem eine infizierte Person bis zu zwei Stunden zuvor gehustet oder geniest hat, auch wenn sie ihn inzwischen verlassen hat.
Laut Gesundheitsbehörden müssen mindestens 95 Prozent der Bevölkerung mit zwei Impfungen geimpft werden, um Masernausbrüche zu verhindern und gefährdete Menschen wie Babys zu schützen, die nicht geimpft werden können.
Das kanadische Gesundheitsamt sagte, es arbeite mit der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) zusammen, um die Impfraten zu steigern und die Datenaustausch- und Überwachungsprogramme zu verbessern.
Das Land könnte seinen Masern-Eliminierungsstatus wiedererlangen, wenn es die Ausbreitung des aktuellen Virusstamms für mindestens ein Jahr unterbrechen kann.
Ihr Ausbruch fällt mit einem Anstieg der Masernfälle in ganz Europa in den letzten Jahren zusammen. Im Jahr 2024 wurden in der Europäischen Union, Island, Liechtenstein und Norwegen mehr als 35.000 Fälle gemeldet.
Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) ist das eine Verzehnfachung gegenüber dem Vorjahr.
Kein Teil der Welt hat die Masern vollständig ausgerottet. Ende 2023 waren Masern noch in neun Ländern der europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO), zu der auch Zentralasien gehört, endemisch.