Kann ein Social-Media-Verbot Kinder vor Online-Gewalt und Mobbing schützen?

In der dieswöchigen Folge von „The Ring“ führen die Europaabgeordneten Axel Voss (EVP) und Christel Schaldemose (Sozialisten) eine ausführliche Debatte darüber, ob ein Verbot sozialer Medien für unter 16-Jährige eine gute Sache ist oder nicht.

Angesichts der gefährlichen Zunahme von Cybermobbing und selbstverletzenden Inhalten durch süchtig machende Algorithmen wächst in ganz Europa die Sorge um das Online-Leben von Kindern.

Sollten soziale Medien für unter 16-Jährige in der gesamten EU verboten werden? Könnte das die Antwort sein?

Diese Woche gehen die Europaabgeordneten Axel Voss und Christel Schaldemose in The Ring, der wöchentlichen Debattensendung von The European Circle, die aus dem Europäischen Parlament in Brüssel ausgestrahlt wird, genau dieser Frage nach.

Diese Woche kündigte der spanische Premierminister Pläne an, ein Verbot sozialer Medien für unter 16-Jährige einzuführen. In seiner Rede in Dubai verglich Pedro Sánchez Online-Plattformen mit dem „digitalen Wilden Westen“, in dem Gesetze ignoriert werden und der Schaden ungebremst bleibt.

Frankreich, Dänemark, Griechenland und Irland prüfen ebenfalls Beschränkungen, die das Potenzial einer fragmentierten Rechtslandschaft erhöhen, sofern die EU nicht eingreift.

Die Abgeordneten stimmten kürzlich über einen unverbindlichen Bericht ab, der ehrgeizigere EU-Maßnahmen fordert. Die meisten verlangen ein Mindestalter von 16 Jahren für den Zugang zu sozialen Medien. Christel Schaldemose von der Fraktion der Sozialisten und Demokraten, Vizepräsidentin des Parlaments und Hauptberichterstatterin hinter dem wegweisenden EU-Gesetz über digitale Dienste, ist dafür.

Im Gespräch mit The Ring argumentiert Schaldemose, dass die heutigen Plattformen einfach nicht für Kinder konzipiert seien. Ihrer Meinung nach sind junge Nutzer Gewalt, Selbstmord, Mobbing und unerbittlichem kommerziellen Druck ausgesetzt, während süchtig machende Designfunktionen sie jeden Tag stundenlang online halten.

„Was offline illegal ist, muss auch online illegal sein“, betonte sie wiederholt und fügte hinzu, dass Plattformen nicht freiwillig gehandelt hätten. Ihrer Ansicht nach wäre ein Verbot ein klares Signal – sowohl an Technologieunternehmen als auch an die Gesellschaft –, dass Kinder stärkeren Schutz verdienen.

Der deutsche Europaabgeordnete Axel Voss von der Europäischen Volkspartei, ein langjähriger Digitalpolitiker, der vor allem für seine Arbeit zu EU-Urheberrechtsregeln bekannt ist, lehnt ein generelles Verbot ab. Voss stimmt zu, dass soziale Medien schädlich sein können, nicht nur für Minderjährige, sondern für die Gesellschaft als Ganzes. Er warnt jedoch davor, dass ein Verbot junger Menschen von Plattformen keinen Schutz bietet.

Stattdessen argumentiert Voss, dass der Fokus auf der Regulierung von Inhalten, Algorithmen und sogenannten „dunklen Mustern“ liegen sollte, die Sucht fördern. Altersverbote seien leicht zu umgehen und bergen die Gefahr, das eigentliche Problem außer Acht zu lassen: Geschäftsmodelle, die um jeden Preis von Aufmerksamkeit profitieren. Er äußert auch Bedenken hinsichtlich der Meinungsfreiheit und der Schwierigkeit, „gute“ und „schlechte“ Inhalte in einem politisch gespaltenen Europa zu definieren.

Diese Episode von „The Ring“ wird von Méabh Mc Mahon moderiert, von Luis Albertos und Amaia Echevarria produziert und von Vassilis Glynos herausgegeben.

Sehen Sie sich The Ring auf The European Circle TV oder im Player oben an und senden Sie uns Ihre Meinung, indem Sie an thering@The European Circle.com schreiben