KI und Drohnen führen in Samarkand-Gesprächen den globalen Kampf für Wildtiere an

Experten auf der 20. CITES-Konferenz enthüllen Wildtierkriminalität im Wert von bis zu 22 Milliarden Euro pro Jahr, wodurch mehr als 40.000 Arten gefährdet werden und die Bemühungen zur technischen Überwachung verstärkt werden.

Der illegale Handel mit Wildtieren ist eines der profitabelsten Umweltverbrechen der Welt. Internationale Experten schätzten auf der 20. CITES-Konferenz in Samarkand, Usbekistan, dass diese Art von Kriminalität jährlich zwischen 6,6 und 21,9 Milliarden Euro verursacht und Tausende von Arten betrifft.

Internationale Naturschutzbewertungen zeigen, dass derzeit über 40.000 Arten vom Aussterben bedroht sind.

Viele dieser Arten geraten aufgrund illegaler kommerzieller Nachfrage ins Visier. Zunehmende Bedrohungen, darunter illegaler Handel, Zerstörung von Lebensräumen und Umweltzerstörung, erfordern strengere Schutzmaßnahmen.

Infolgedessen greifen Länder und Institutionen auf moderne Technologien wie KI, digitale Überwachung und DNA-basierte Identifizierung zurück, um die Sicherheit dieser gefährdeten Arten zu gewährleisten.

Technisch gesteuerte Durchsetzung im Rahmen von CITES

Während der CITES COP20 in Samarkand betonte Generalsekretärin Ivonne Higuero die Rolle von Innovation bei der Verhinderung des illegalen Wildtierhandels. Sie erklärte, dass CITES eng mit Durchsetzungspartnern zusammenarbeitet, darunter Interpol und die Weltzollorganisation.

Higuero betonte, dass KI-gestützte Computer Vision inzwischen weltweit an Grenzkontrollpunkten eingesetzt werde. Diese Systeme helfen dabei, illegale grenzüberschreitende Verbringungen gefährdeter Exemplare aufzudecken.

Sie wies auch auf den zunehmenden Einsatz von Drohnen und Fernüberwachungssystemen mit Kameras hin. Diese Tools unterstützen die Überwachung von Wildtieren, die Bevölkerungszählung, die Bewegungsverfolgung und die Aufdeckung von Straftaten.

Laut Higuero liefern GPS-Marker und -Halsbänder Langzeitdaten über Migration und Bevölkerungsentwicklung. Sie helfen Naturschutzorganisationen, die Wanderungs- und Überlebensrisiken von Arten besser zu verstehen.

„SMART“-Überwachung in Zentralasien

SMART (Spatial Monitoring and Reporting Tool) gehört zu den am weitesten verbreiteten Systemen zur Durchsetzung von Schutzgebieten. Es unterstützt auch die Erfassung von Biodiversitätsdaten und die Meldung von Verstößen. Zentralasien ist nun offiziell dem globalen SMART-Überwachungsnetzwerk beigetreten.

Der regionale Naturschutzmanager Islam Mamedov erklärte, dass SMART Ländern dabei hilft, individuelle geolokalisierte Wildtierdatenbanken für ihre Schutzgebiete aufzubauen. Darüber hinaus können Benutzer Verstöße protokollieren, das Vorhandensein von Arten analysieren und Trendberichte erstellen.

Er stellte auch das intelligente Fallengerät vor. Dieses leichte, tragbare Überwachungstool ist mit KI ausgestattet. Das Gerät kann Tierarten erkennen, Krankheiten erkennen und Gebietsverstöße kennzeichnen.

Trap wird weltweit für die Wildtierüberwachung in Echtzeit getestet und skaliert. Es kann auch Krankheiten erkennen und ungewöhnliches Tierverhalten sofort vom Feld aus melden.

_„_Es kann Tierarten selbst erkennen und Ihnen Informationen in Echtzeit senden“, sagte Mamedov.

Usbekistans digitale Inspektions- und Agrarhilfeplattformen

Usbekistan integriert Naturschutztechnologien in seine nationalen Inspektionssysteme.

Die staatliche Pflanzeninspektorin Ozoda Ortikova aus dem Distrikt Bulungur berichtete über Beispiele für die lokale digitale Einführung. Sie erklärte, dass Inspektoren jetzt eine Tablet-basierte Feldüberwachung mit Live-Geolokalisierung nutzen. Dieses System umfasst auch die Risikoklassifizierung mithilfe der Plattform „Dala Nazorat“.

Ortikova erwähnte auch „Agro Ko’makchi“, eine mobile Plattform für Landwirte und Landarbeiter. Es umfasst Anleitungen zum Integrierten Schädlingsmanagement (IPM) und eine „Inspektor anrufen“-Funktion. Über die Plattform können Landwirte direkt Inspektionsunterstützung anfordern.

Das System entsendet Umweltbeauftragte automatisch zum Live-Standort der Farm.

„Wenn Schädlinge oder Krankheiten entdeckt werden, werden Proben zur DNA-Analyse an das Zentrallabor geschickt“, fügte sie hinzu.

Innovativer Schutz der Flora Zentralasiens

Um den Schutz von Pflanzen zu verbessern, führte die Akademie der Wissenschaften Usbekistans mehrere Innovationen auf regionaler Ebene ein. Der Schwerpunkt dieser Projekte liegt auf Biodiversitätsdatenbanken und alternativen Artenidentifizierungstools.

Ziyovuddin Yusupov vom Botanischen Institut stellte das Grid Mapping-Projekt vor, das erste seiner Art in der Region. Es ist derzeit die einzige vollständige Pflanzenkoordinatendatenbank, die Zentralasien von Usbekistan aus abdeckt.

„Wir haben die Koordinaten aller zentralasiatischen Anlagen gesammelt und eine einzigartige Plattform zur Überwachung geschaffen“, erklärte Jussupow. Er stellte auch die Initiative „Baum des Lebens Usbekistan“ vor – eine DNA-Pflanzendatenbank für Zentralasien, in der die Daten in eine einzige regionale wissenschaftliche Plattform integriert werden.

Derzeit sind bereits 700 Pflanzen-DNA-Profile gespeichert. Ziel ist es, innerhalb von 5 bis 10 Jahren 4.500 Arten für Usbekistan und 9.000 für Zentralasien zu erreichen.

Yusupov demonstrierte auch ein tragbares 200-Gramm-Raman-Spektroskopie-Lasergerät mit integrierter KI. Das Gerät ermöglicht eine schnelle Artenidentifizierung, wenn DNA-Tests nicht möglich sind.

Er betonte, dass das Tool dabei hilft, die illegale Sammlung und Ausfuhr von Pflanzen zu bekämpfen, die in den CITES- und Red Book-Listen aufgeführt sind. Es unterstützt sowohl Maßnahmen zur Umweltsicherheit als auch langfristige wissenschaftliche Biodiversitätsforschung.