Deutschland zieht seine Eurofighter aus Polen ab und beendet damit einen wichtigen NATO-Einsatz. Rund 150 Soldaten kehren aus Marienburg zurück.
Die deutsche Luftwaffe zieht ihre Eurofighter aus Polen ab und beendet damit ihren Einsatz dort. Rund 150 Bundeswehrangehörige – darunter Piloten, Techniker, Logistiker, Sicherheitskräfte und Militärpolizisten – haben den Stützpunkt Malbork im Norden des Landes verlassen und kehren nach Deutschland zurück.
In einem Beitrag auf X dankte das Oberkommando der polnischen Streitkräfte der Bundeswehr für ihre Unterstützung und bezeichnete diese als „äußerst wichtige Geste der Zusammenarbeit im Rahmen der kollektiven Verteidigung“. Der Einsatz war von Anfang an auf eine Laufzeit bis März 2026 ausgelegt. Es bleibt unklar, wer die deutschen Truppen in Malbork ersetzen wird.
Der Einsatz begann im Dezember vergangenen Jahres im Rahmen der sogenannten „NATO Enhanced Air Policing“-Mission. Ziel war es, die Ostflanke des Bündnisses angesichts russischer Bedrohungen zu stärken – etwa wiederholte Luftraumverletzungen und riskante Nahflüge russischer Kampfflugzeuge.
Dies führte immer wieder zu gefährlichen Situationen, die ein Eingreifen von NATO-Jets erforderten. In solchen Fällen soll der Einsatz den Luftraum überwachen, sichtbare Präsenz zeigen und im Notfall eine schnelle Reaktion ermöglichen.
Im Laufe des letzten Jahres kam es über der Ostsee, Polen und den baltischen Staaten häufiger zu solchen Vorfällen. Militärbeobachter sehen in diesen Flügen eine bewusste Machtdemonstration Moskaus. Durch den wiederholten Einsatz russischer Flugzeuge in der Nähe der Bündnisgrenzen wird die Reaktionsfähigkeit der NATO offenbar gezielt auf die Probe gestellt.
Nach Angaben der NATO gab es im Jahr 2023 bereits mehr als 300 Scramble-Starts, bei denen Jets der Allianz russische Militärflugzeuge abfingen.
Angespannte Lage im Ostseeraum
Der Luftraum der baltischen Staaten wird deutlich häufiger verletzt. Erst am 18. März, also vor weniger als einer Woche, drang ein russisches Kampfflugzeug in den estnischen Luftraum ein. Nach Angaben der estnischen Außenministerin Margus Tsahkna handelte es sich um einen russischen Su-30-Jäger, der etwa eine Minute im estnischen Luftraum blieb. Auch in diesem Fall wurde die baltische Luftüberwachungsmission der NATO aktiviert und Flugzeuge der italienischen Luftwaffe starteten, um sie abzufangen.
Die Su-30SM ist ein zweisitziges Mehrzweck-Kampfflugzeug der russischen Luftwaffe und gehört zur Su-30-Familie. Das Flugzeug gilt als sehr wendig und ist sowohl für den Luftkampf als auch für den Angriff auf Bodenziele konzipiert.
Dank moderner Radarsysteme, Lenkflugkörper und Präzisionswaffen können die Flugzeuge sowohl Aufklärungs- als auch Kampfeinsätze durchführen. Daher taucht dieser Typ regelmäßig bei Abfangeinsätzen der NATO über dem Ostseeraum auf – beispielsweise bei riskanten Anflügen in den Luftraum der Allianz oder als Wingman für russische Aufklärungsflugzeuge.