Clownfische sind sehr territorial und nutzen Farbmuster und Größe als Marker für ihren sozialen Rang.
Sich erwachsener zu kleiden ist ein Übergangsritual für Teenager – aber Menschen sind nicht die Einzigen, die das tun.
Es wurde festgestellt, dass Baby-Clownfische in jüngerem Alter ihren zusätzlichen weißen Längsstreifen verlieren, wenn sie von älteren Fischen umgeben sind.
Eine neue Studie des Okinawa Institute of Science and Technology (OIST) zeigt, wie junge Tomatenanemonenfische auf soziale Einflüsse in einer streng hierarchischen Welt reagieren.
Clownfischstreifen sind Hierarchiemarkierungen
Innerhalb der Wirtsanemonen lässt die Art typischerweise nur ein Brutpaar zu, wobei jüngere untergeordnete Fische leicht an ihrer Größe und einem oder zwei zusätzlichen weißen Streifen zu erkennen sind.
„Wir haben zuvor gezeigt, dass Anemonenfische Balken zählen, um sich gegenseitig zu erkennen. Wir wissen also, dass Balken, die für Clownfische charakteristischen weißen vertikalen Streifen, für die Kommunikation von entscheidender Bedeutung sind“, erklärt Dr. Laurie Mitchell, Erstautorin der in der Fachzeitschrift PLOS Biology veröffentlichten Studie.
Bei etwa einem Drittel der Anemonenfischarten gehen diese Balken beim Übergang ins Erwachsenenalter verloren. Dies ist vor allem bei Arten der Fall, die in kleineren Gruppen leben – möglicherweise, weil ausgeprägtere Größenunterschiede innerhalb der Hierarchie Kämpfe gefährlicher machen und visuelle Statusmarkierungen daher für das Überleben wichtig sind.
Um zu verstehen, wie und warum diese Veränderung geschieht, beobachteten die Forscher mit Kameras Jungtiere in Anemonen mit Erwachsenen im Vergleich zu leeren, falschen oder keinen Anemonen.
Sie waren überrascht, dass sich der Balkenverlust bei anwesenden Erwachsenen beschleunigte, obwohl zusätzliche Balken auf einen niedrigeren Rang hindeuteten.
„Das war zunächst sehr kontraintuitiv, da wir wissen, dass die zusätzlichen Balken dazu dienen, ihre Unterordnung zu signalisieren“, sagt Dr. Mitchell.
Warum verlieren Clownfische ihre Streifen?
Nach dem Schlüpfen verbringen Anemonenfische eine kurze Zeit auf See, bevor sie schließlich eine Anemone finden, die sie ihr Zuhause nennen können. Ihre „Babystreifen“ könnten ihnen dabei helfen, harmlos zu wirken und Konfrontationen mit beschäftigten erwachsenen Fischen zu vermeiden, so die Theorie der Forscher.
Doch bevor neue Rivalen auftauchen, sind sie möglicherweise auch bestrebt, ihre Position in ihrer neuen Gesellschaft zu festigen. Forscher vermuten, dass dies der Grund dafür sein könnte, dass sie ihre Streifen frühzeitig verlieren.
Bei unbesetzten Anemonen hingegen wurde festgestellt, dass die Fische ihre zusätzlichen Riegel länger behalten – möglicherweise als „Versicherung“ gegen die Vertreibung durch eindringende erwachsene Tiere.
„Diese Forschung hilft uns, besser zu verstehen, wie sich die Farbmuster von Tieren so entwickelt haben, dass sie sich entwicklungsbedingt flexibel an unvorhersehbare Umweltbedingungen anpassen können“, sagt Dr. Mitchell.
„Es gibt eine weitere Ebene der Einsicht und des Verständnisses dafür, wie und warum sich Farbmuster von Fischen innerhalb eines einzigen Lebens bilden und verändern können.“
Wie verlieren Clownfische ihre Streifen?
Die weißen Streifen von Clownfischen bestehen aus speziellen lichtreflektierenden Zellen, den sogenannten Iridophoren.
Als sie diese unter dem Mikroskop untersuchten, beobachteten die Forscher einen massenhaften Zelltod: „Die Zellen schrumpfen, ihre Membranen falten sich und ihre Kerne zerfallen“, erklärt Dr. Mitchell.
Die weißen Balken werden dann durch ihre charakteristische orangefarbene Schale ersetzt.
„Pigmentierungsmerkmale wie diese weißen Balken werden oft als einfache visuelle Marker betrachtet, aber sie haben tatsächlich eine umfassende biologische Bedeutung“, sagt Professor Vincent Laudet, Co-Autor der Studie.
„Diese Studie zeigt, wie wir durch die Kombination von Ökologie, Evolution, Genomik und Entwicklungsbiologie über die Beschreibung von Farbmustern hinausgehen und verstehen können, was sie tatsächlich bewirken.“