Neue Abkommen signalisieren eine Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und Zentralasien

Das EU-Zentralasien-Wirtschaftsforum in Taschkent führte diese Woche zu neuen Investitionen und sechs großen Abkommen, die die Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, grüne Energie und kritische Mineralien stärkten.

Ein weiterer Schritt vorwärts in der schnell wachsenden Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und den Ländern Zentralasiens wurde während des 3. Wirtschaftsforums EU-Zentralasien gemacht, das in der usbekischen Hauptstadt Taschkent stattfand.

Nach dem diesjährigen EU-Zentralasien-Gipfel in Samarkand (Usbekistan), dem Ministertreffen in Aschgabat (Turkmenistan) und dem Besuch von Präsident Shavkat Mirziyoyev in Brüssel in Belgien war das Forum der jüngste Meilenstein in einem Jahr, das die Zusammenarbeit auf eine neue strategische Ebene gehoben hat.

Es brachte Wirtschaftsführer, Investoren und Regierungsvertreter aus 32 Ländern zusammen. Die europäische Delegation wurde von den EU-Kommissaren Jozef Síkela und Marta Kos geleitet. Síkela betonte die Bedeutung des Jahres 2025 für die Partnerschaft und nannte es „Das Jahr Europas“ für Zentralasien, wie Präsident Mirziyoyev es definierte.

„Wir bewegen uns vom Potenzial zur Umsetzung – in den Bereichen digitale Konnektivität, saubere Energie und Verkehr. Heute habe ich drei neue Verträge über kritische Rohstoffe angekündigt, die die Regierungsführung stärken und neue Möglichkeiten für beide Regionen eröffnen werden“, sagte Síkela gegenüber The European Circle.

Unterzeichnete Vereinbarungen

Insgesamt wurden sechs große Kooperationsverträge im Wert von knapp 100 Millionen Euro in den Bereichen Bewässerung und Ökologie bis hin zu digitalen Geodaten und Sicherheit unterzeichnet:

  1. DATA4CRM (7,5 Mio. €) – Modernisierung geologischer Daten, um Investoren anzulocken.
  2. SECURE CRM (3 Mio. €) – Aufbau transparenter Lieferketten für kritische Rohstoffe.
  3. GROW CRM (3 Mio. €) – Entwicklung neuer CRM-Projekte mit der EBWE.
  4. Aralsee-Projekt (8,8 Mio. € + 40 Mio. € Darlehen) – Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme.
  5. – 6. BOMCA (12 Mio. €) und CADAP (18 Mio. €) – Unterstützung der Grenzsicherheit und Bekämpfung des Drogenhandels.

Matteo Patrone, Vizepräsident für Bankwesen bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), unterstrich die wachsende Präsenz der Gruppe in Zentralasien, wo bisher fast 21 Milliarden Euro in 1.227 Projekte investiert wurden. Die Bank und die EU unterzeichneten außerdem eine neue 3-Millionen-Euro-Vereinbarung zur Entwicklung eines nachhaltigen Abbaus kritischer Rohstoffe in ganz Zentralasien. „Dieser Sektor ist für den grünen Wandel von entscheidender Bedeutung, und die Region hat viel zu bieten“, betonte Patrone.

EU-Kommissar Jozef Síkela betonte, dass die Zusammenarbeit für beide Seiten Vorteile bringen werde: „Gemeinsame Projekte werden Arbeitsplätze, Wertschöpfungsketten und Wirtschaftswachstum in Zentralasien schaffen und gleichzeitig die wirtschaftliche Sicherheit und Widerstandsfähigkeit Europas erhöhen.“

Die Reformdynamik erregt weltweite Aufmerksamkeit

William Tompson, Leiter der Eurasien-Abteilung der OECD, bezeichnete das Forum als eine der bedeutendsten Veranstaltungen der Wirtschaftsdiplomatie in der Region.

„Das Forum findet kurz nach der Unterzeichnung des erweiterten Partnerschafts- und Kooperationsabkommens zwischen der EU und Usbekistan statt, was bedeutet, dass Usbekistan selbst nun über eine viel bessere Beziehung und einen viel besseren Marktzugang zur Europäischen Union verfügt. Seit 2017 sind die Reformen in Usbekistan in beeindruckendem Tempo vorangekommen und haben internationale Aufmerksamkeit erregt. Heute wurden sechs neue Projekte gestartet, darunter eines für die Aralsee-Region.“

Pamela Coke-Hamilton, Geschäftsführerin des Internationalen Handelszentrums, sagte, regionale Integration und verbesserte Verkehrsnetze würden den eurasischen Handel neu gestalten.

„Der Transkaspische Korridor wird ein großer Wendepunkt sein. Zentralasien verfügt über riesige Reserven an wichtigen Mineralien. Und die Digitalisierung ist nicht länger optional – sie muss schnell erfolgen.“

Sie betonte auch, dass der WTO-Beitritt und ein offenes, regelbasiertes Handelsumfeld das Vertrauen der Anleger stärken werden.

Von kritischen Mineralien bis hin zu grüner Energie und digitaler Transformation – das Taschkent-Forum zeigte eine Partnerschaft, die von der Erklärung bis zur Umsetzung reicht.

Neue Investitionen, neue Vereinbarungen und neue Konnektivitätsprojekte haben die regionale Zusammenarbeit auf eine stärkere und praktischere Grundlage gestellt – beide Seiten konzentrieren sich nun darauf, ihre Ambitionen in langfristiges Wirtschaftswachstum umzuwandeln.