Die wachsenden Spannungen zwischen Venezuela und den USA haben dazu geführt, dass Hunderte Reisende festsitzen, da Fluggesellschaften Flüge streichen.
Die Flugverbindung zwischen Madrid und Caracas wurde am Montag nach einer Kaskade von Annullierungen durch verschiedene internationale und venezolanische Fluggesellschaften unterbrochen.
Die Entscheidung, die unmittelbar Tausende von Passagieren betrifft, fällt in eine Zeit wachsender geopolitischer Spannungen, die durch die Einstufung des sogenannten Sonnenkartells als Terrorgruppe und durch Warnungen der US-Regierung hinsichtlich der Flugsicherheit in der Region angeheizt werden.
Am Montag kündigte die spanische Fluggesellschaft Air Europa die Aussetzung ihrer Flüge nach Venezuela an, bis „die Bedingungen angemessen sind“, wie Unternehmensquellen aus lokalen Medien zitierten. Estelar und LASER bestätigten außerdem die Aussetzung und Umplanung ihrer Strecken zwischen den beiden Ländern, eine Entscheidung, die die bereits von Iberia, TAP, Avianca, Latam, Gol, Caribbean Airlines und Turkish Airlines ergriffenen Maßnahmen ergänzt.
Laut Estelar wurden Flüge auf der Strecke Caracas-Madrid-Caracas für den 24., 26. und 28. November aus „betrieblichen Gründen“ im Zusammenhang mit der spanischen Fluggesellschaft Iberojet gestrichen.
LASER wiederum teilte über Instagram mit, dass es seine Flüge zwischen Caracas und Madrid ebenfalls aus „betrieblichen Gründen“ von diesem Montag auf Donnerstag verschieben werde, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.
Warnungen aus Washington vor „sich verschlechternder Sicherheit“
Am Wochenende hatten bereits andere internationale Fluggesellschaften ähnliche Maßnahmen ergriffen, nachdem die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) eine Warnung ausgesprochen hatte.
Die FAA-Warnung vom vergangenen Freitag forderte die Piloten auf, aufgrund der „sich verschlechternden Sicherheitslage und der zunehmenden militärischen Aktivität“ rund um Venezuela äußerste Vorsicht walten zu lassen. Nach Angaben der US-Behörde könnten diese Bedrohungen eine Gefahr für Flugzeuge in allen Höhen darstellen, einschließlich startender, landender oder sogar am Boden verbleibender Flugzeuge.
Die Präsidentin des venezolanischen Luftfahrtverbandes (ALAV), Marisela de Loaiza, bestätigte, dass die Aussetzungen Unternehmen wie TAP, Latam, Avianca, Iberia, Gol und Caribbean auf unbestimmte Zeit betreffen werden, während Turkish Airlines am Sonntag eine Aussetzung zwischen dem 24. und 28. November ankündigte.
Hunderte Reisende betroffen
Die Situation hat auch in anderen Ländern der Region zu Störungen geführt. In Kolumbien waren rund 1.500 Reisende davon betroffen, dass Fluggesellschaften wie Latam und Avianca Flüge von Bogotá nach Caracas stornierten.
Die staatliche Zivilluftfahrtbehörde erklärte, dass diese Unternehmen autonome Entscheidungen getroffen hätten, um die Sicherheit ihrer Passagiere zu schützen, während andere, wie Satena und Wingo, ihren regulären Betrieb aufrechterhalten hätten.
Die kolumbianische Behörde erklärte, sie habe ihre Überwachungs- und Luftkontrollkapazitäten verstärkt und ein Treffen mit Fluggesellschaften und regionalen Behörden einberufen, um Abhilfemaßnahmen zu bewerten.
In Madrid hat der Flughafen Barajas am Montag alle Linienflüge nach Venezuela gestrichen, eine Maßnahme, die insbesondere Iberia betrifft, das fünf Flüge pro Woche durchführt.
Da der Flugverkehr unterbrochen ist und Hunderte von Passagieren nach Alternativen suchen, ist die Krise im venezolanischen Luftraum bereits in den Terminals in der gesamten Region zu spüren und verdeutlicht die wachsenden Auswirkungen der militärischen und diplomatischen Spannungen zwischen Washington und Caracas.