Russland startet im ersten Testflug eine neue Sojus-5-Rakete vom Kosmodrom Kasachstan

Am Donnerstag, dem 30. April, um 23:00 Uhr Ortszeit (Astana), fand im Kosmodrom Baikonur der erste Teststart des Sojus-5/Sunkar-Trägers statt. Nach Angaben des kasachischen Ministeriums für KI und digitale Entwicklung startete die Rakete im Rahmen von Flugentwicklungstests von Standort 45.

Eine neue russische Mittelklasse-Trägerrakete Sojus-5 sei am Freitagabend im Rahmen ihrer ersten Flugtests vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan gestartet, teilte der staatliche russische Raumfahrtkonzern Roskosmos mit.

Nach Angaben von Roskosmos ist die Sojus-5 mit dem ihrer Meinung nach weltweit stärksten Flüssigraketentriebwerk ausgestattet.

Der Start markierte den ersten Testflug der Rakete der neuen Generation.

Roskosmos sagte, dass die erste und zweite Stufe normal funktionierten und dass ein Nutzlastmodell auf einer geplanten suborbitalen Flugbahn platziert wurde, bevor es in den Pazifischen Ozean fiel.

Die Raumfahrtbehörde sagte, die neue Rakete sei darauf ausgelegt, die Kosten für den Start von Nutzlasten zu senken, die Nutzlastkapazität auf bis zu 17 Tonnen zu verdoppeln und umweltfreundliche Treibstoffkomponenten zu verwenden.

Das Kosmodrom Baikonur ist einer der symbolträchtigsten Orte in der Geschichte der Weltraumforschung.

Im Jahr 1961 wurde es zum Startplatz des weltweit ersten bemannten Raumflugs, von dem aus der russische Kosmonaut Juri Gagarin mit der Wostok 1 startete.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion betrieb Russland Baikonur im Rahmen eines Pachtvertrags mit Kasachstan weiter.

Im Jahr 2004 starteten Kasachstan und Russland das gemeinsame Projekt Baiterek, das darauf abzielte, die Startanlagen in Baikonur zu modernisieren und den Übergang zu umweltfreundlicheren Raketensystemen zu erleichtern.

Kasachstan und Russland setzen ihre enge Zusammenarbeit im Raumfahrtsektor fort. Im Jahr 2021 verlängerte das kasachische Parlament den russischen Pachtvertrag für Baikonur bis 2050.

Der Start von Sojus-5/Sunkar markiert einen Wendepunkt für Kasachstans Weltraumambitionen und rückt das Land näher an die Entwicklung einer neuen Weltraummacht heran.

Mit der Entwicklung des Baiterek-Startkomplexes und der zunehmenden Kontrolle über die moderne Startinfrastruktur in Baikonur verlässt Kasachstan seine historische Rolle als Weltraumhafenbetreiber.