SEC stellt neue Kryptoregeln vor, die als Sieg für die Digital-Asset-Branche gefeiert werden

Die US-Börsenaufsichtsbehörde (Securities and Exchange Commission) hat einen umfassenden neuen Rahmen für Krypto-Assets vorgeschlagen, der Unternehmen zwei klare Möglichkeiten zur Geldbeschaffung ohne vollständige Wertpapierregistrierung bietet. Industriegruppen haben den Plan weitgehend begrüßt und seine Bedingungen als wesentlich großzügiger bezeichnet als erwartet.

Laut der von der Regulierungsbehörde veröffentlichten Pressemitteilung gab die SEC am Dienstag bekannt, dass sie einen Vorschlag mit dem Titel „Regulierung von Krypto-Assets“ eingereicht hat, der Krypto-Unternehmern einen klareren und erheblich einfacheren Weg zur Kapitalbeschaffung im Rahmen des Bundeswertpapiergesetzes bietet.

Es handelt sich um die erste formelle Regelsetzung der Behörde, die sich auf das Angebot von Krypto-Assets konzentriert. Sie basiert auf umfassenderen Auslegungsrichtlinien, die die SEC im März herausgegeben hat, und würde qualifizierten Emittenten den kostspieligen Registrierungsprozess ersparen, der bei den meisten öffentlichen Angeboten erforderlich ist.

Im Mittelpunkt des Vorschlags stehen zwei neue Ausnahmen.

Die „Startup-Ausnahmeregelung“ würde es einem Emittenten ermöglichen, über einen Zeitraum von vier Jahren bis zu 5 Millionen US-Dollar (4,3 Millionen Euro) aufzunehmen, ohne das Angebot registrieren zu müssen.

Eine zweite Möglichkeit, die „Fundraising-Befreiung“, würde innerhalb von 12 Monaten eine Kapitalbeschaffung von bis zu 75 Millionen US-Dollar (64,7 Millionen Euro) ermöglichen, obwohl Emittenten, die sich darauf verlassen, weiterhin Finanzberichte veröffentlichen und laufenden Berichtspflichten nachkommen müssten.

Bei beiden Wegen werden Unternehmen dazu aufgefordert, den Anlegern narrative, prinzipienbasierte Offenlegungen zu übermitteln, und nicht die umfangreichen rechtlichen Unterlagen, die normalerweise bei Börsengängen verlangt werden.

Der Vorschlag sieht auch einen bedingten sicheren Hafen vor, der bestimmte Token schließlich aus der rechtlichen Definition eines Wertpapiers ausschließen könnte, sobald ein Emittent die von ihm versprochenen Managementbemühungen für Investoren beendet oder endgültig aufgegeben hat.

Es würde auch widersprüchliche staatliche Registrierungsvorschriften für Angebote, die im Rahmen der Ausnahmeregelungen getätigt werden, außer Kraft setzen und den Emittenten die separate Einhaltung einzelner staatlicher Wertpapiervorschriften ersparen.

Der Vorsitzende der SEC, Paul Atkins, beschrieb das Paket als eine „minimale wirksame Dosis“ an Aufsicht, die Investoren schützt und Bauherren gleichzeitig maximalen Spielraum für Innovationen lässt.

Der Vorschlag wurde weitgehend positiv aufgenommen.

Summer Mersinger, CEO der Blockchain Association, sagte, der Schritt bringe endlich die maßgeschneiderte regulatorische Klarheit, die der Sektor seit Jahren suche. Cody Carbone, CEO der Digital Chamber, lobte den Plan ebenfalls und versprach Unterstützung bei der Expansion der Branche in den USA und nicht im Ausland.

Der Vorschlag ist jedoch noch lange nicht endgültig. Nach der Veröffentlichung im Bundesregister bleibt es 60 Tage lang für öffentliche Kommentare offen, was bedeutet, dass sich seine Bestimmungen noch ändern oder gestrichen werden können, bevor eine endgültige Regelung verabschiedet wird.

Der US-Senat stockt, die Regulierungsbehörde greift ein

Der Schritt der SEC erfolgt etwa anderthalb Wochen, nachdem der US-Senat Washington in seine Sommerpause verlassen hat, ohne den Digital Asset Market CLARITY Act (HR 3633) voranzutreiben, den Flaggschiff-Gesetzentwurf der Branche, der die Aufsicht über digitale Vermögenswerte zwischen der SEC und der US Commodity Futures Trading Commission aufteilen würde.

Der Mehrheitsführer im US-Senat, John Thune, reichte am 7. August einen Antrag auf Schließung des Gesetzentwurfs ein, doch die Abgeordneten zogen sich zurück, bevor eine Abstimmung stattfand. Dieser Antrag soll nun am 15. September erneut zur Sprache kommen, eine verfahrenstechnische Hürde und keine endgültige Abstimmung, sobald die Senatoren zurückgekehrt sind.

SEC-Vorsitzender Paul Atkins hat mehr als einmal argumentiert, dass nur der Kongress einen dauerhaften, „zukunftssicheren“ Rahmen liefern kann, der in der Lage ist, Veränderungen in der politischen Führung zu überstehen, und die Kommission erklärt, dass sie die Verabschiedung des Gesetzes weiterhin unterstützt.

Dennoch scheint die Regulierungsbehörde beschlossen zu haben, nicht zu warten, da ihr Zeitplan in den Herbst rutscht. Stattdessen nutzt sie die Befugnisse, über die sie bereits verfügt, um der Branche etwas Sicherheit zu bieten, während sich die Gesetzgeber darauf vorbereiten, die Debatte im nächsten Monat wieder aufzunehmen.