Spaniens BBVA-Bank und ehemaliger Vorstandsvorsitzender müssen sich wegen angeblicher Wirtschaftsspionage vor Gericht verantworten

Im Juli 2019 wurde gegen BBVA ermittelt, weil das Unternehmen angeblich eine private Ermittlungsagentur beauftragt hatte, Politiker, Journalisten und Wirtschaftsvertreter auszuspionieren.

Ein Gericht ordnete am Donnerstag an, dass sich Spaniens zweitgrößte Bank BBVA und ihr ehemaliger Vorstandsvorsitzender wegen angeblicher Wirtschaftsspionage im Zusammenhang mit einem in Ungnade gefallenen ehemaligen Polizeichef vor Gericht verantworten müssen.

Im Juli 2019 wurde gegen BBVA ermittelt, weil das Unternehmen angeblich eine private Ermittlungsagentur unter der Leitung des ehemaligen Polizeikommissars Jose Manuel Villarejo damit beauftragt hatte, Politiker, Journalisten und Wirtschaftsvertreter auszuspionieren.

Francisco Gonzalez, 81, war von 2000 bis 2018 Vorsitzender der BBVA, als die Bank die Agentur angeblich beauftragt hatte.

Das spanische Nationalgericht, das große Finanzfälle bearbeitet, entschied, dass es genügend Beweise gebe, um BBVA und 15 weitere Angeklagte, darunter Gonzalez, vor Gericht zu stellen.

Der Bank wird ein Prozess wegen Bestechung und unrechtmäßiger Offenlegung und Offenlegung von Geheimnissen vorgeworfen.

Gonzalez wird wegen mutmaßlicher Bestechung, Offenlegung von Geheimnissen, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Misswirtschaft und Urkundenfälschung vor Gericht gestellt.

BBVA-Vorsitzender Francisco Gonzalez lächelt während einer Pressekonferenz am 16. Februar 2007 in Madrid

BBVA-Vorsitzender Francisco Gonzalez lächelt während einer Pressekonferenz am 16. Februar 2007 in Madrid


Mehrere ehemalige BBVA-Führungskräfte werden neben ihm wegen derselben Verbrechen vor Gericht stehen, teilte das Gericht mit.

BBVA gab an, in der Vergangenheit die Dienste einer mit Villarejo verbundenen Business-Intelligence-Gruppe namens Cenyt in Anspruch genommen zu haben.

Cenyt wird verdächtigt, jahrzehntelang im Auftrag von Unternehmen oder reichen Privatpersonen Drecksarbeit wie Erpressung oder Drohungen geleistet zu haben.

Villarejo wurde 2023 zu 19 Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem ein Gericht ihn in einem anderen Fall für schuldig befunden hatte, Hunderte von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens heimlich aufgezeichnet und im Namen prominenter Kunden Kampagnen inszeniert zu haben, um sie zu diskreditieren.

Seine Aufnahmen haben den ehemaligen König Juan Carlos I. sowie mehrere Politiker und ehemalige Minister in Verlegenheit gebracht.