In einem Labor in London testen Ingenieure Algorithmen und Robotersatelliten, um Satelliten dabei zu helfen, ohne menschliche Kontrolle anzudocken, aufzutanken und sich gegenseitig zu reparieren.
Da immer mehr Satelliten in die Umlaufbahn geschickt werden, suchen Ingenieure nach Möglichkeiten, sie mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) autonom zu machen.
Laut der Space Foundation, einer in den USA ansässigen gemeinnützigen Organisation, wächst die Raumfahrtindustrie rasant und verzeichnete im Jahr 2023 eine Rekordzahl von rund 2.800 gestarteten Satelliten.
Satelliten spielen in unserem täglichen Leben eine Rolle und beeinflussen so kleine Dinge wie Smartphone-GPS sowie Wettervorhersagen und Finanzsysteme.
Bei einem Startup in einem Londoner Labor testen Ingenieure Algorithmen und Robotersatelliten, um Satelliten im Weltraum dabei zu helfen, ohne menschliche Kontrolle anzudocken, aufzutanken und sich gegenseitig zu reparieren.
„Wir nutzen KI für die visuelle Navigation“, sagte Haaris Khan, Ingenieur beim Startup Lunasa.
„Das ist so etwas wie ein selbstfahrendes Auto. Während ein selbstfahrendes Auto mithilfe von KI selbständig auf der Straße fahren würde, verwenden wir dieselbe Art von KI, um Satelliten auf autonome Weise zu steuern“, fügte Khan hinzu.
Wie funktioniert es?
Das Unternehmen sagt, dass eine solche Technologie die Zukunft der Raumfahrtindustrie prägen könnte, indem sie den Bedarf an manuellen Vorgängen verringert.
Das System lehrt Maschinen, Bilder zu interpretieren und Entscheidungen zu treffen. Mithilfe von Kameras und Sensoren schätzt ein Satellit die Entfernung und den Winkel seines Ziels, beispielsweise eines anderen Raumschiffs.
Die KI verarbeitet diese Informationen dann und generiert Anweisungen, wie sich ein Satellit sicher auf ihn zubewegen kann.
Vor jedem Test mit Robotersatelliten testet Lunasa jedes Manöver in einem „digitalen Zwilling“, einer detaillierten Computersimulation eines Satelliten und seiner Umgebung im Weltraum.
„Um Sicherheit und eine schnelle Entwicklung zu gewährleisten, machen wir alles zunächst in einem digitalen Zwillingssimulator. Dadurch können wir sehen, wie die Dinge im niedrigen Erdorbit wirklich sein werden, und um das Szenario im Roboterraum nachzubilden“, sagte Khan.
Die Technologie von Lunasa ist Teil einer kürzlich angekündigten Kohorte von 23 neuen internationalen Kooperationen im Rahmen des Internationalen Bilateralen Fonds der britischen Weltraumorganisation.
Bisher wurden noch keine Satelliten mit Lunasas System ins All geschossen, es gibt jedoch Pläne, das autonome Navigationskit im Jahr 2026 an Bord eines australischen Inspektionssatelliten zu fliegen, so das Unternehmen.
Weitere Informationen zu dieser Geschichte finden Sie im Video im Mediaplayer oben.