Steigende Kosten, sich ändernde Prioritäten und ein vorsichtiger Ausblick auf Fernreisen prägen die Frage, wer Europa im Jahr 2026 besucht.
Einer neuen Umfrage zufolge dürfte Europa im Jahr 2026 einen Rückgang der ausländischen Besucher verzeichnen.
Die Hauptgründe dafür sind Bedenken hinsichtlich der Erschwinglichkeit, eine wachsende Präferenz für Reisen im Inland oder in die nähere Umgebung sowie begrenzte Urlaubszeit.
Insbesondere junge Reisende nannten die hohen Kosten als großes Hindernis für einen Besuch in Europa. Welche Pläne hat die Region also, um eine neue Generation von Abenteurern nicht auszuschließen?
Hohe Kosten schrecken junge Reisende ab
Der Bericht „Long-Haul Travel Barometer 1/2026“ der European Travel Commission (ETC) und Eurail weist auf einen vorsichtigeren Ausblick für Fernreisende nach Europa aus sieben wichtigen Überseemärkten hin: Australien, Brasilien, Kanada, China, Japan, Südkorea und den Vereinigten Staaten.
Die Umfrage ergab, dass 42 % der Befragten eine Reise nach Europa im Jahr 2026 in Betracht ziehen, 3 % weniger als im Vorjahr.
Unter den Befragten, die keine Auslandsreisen planen, sind hohe Kosten das größte Abschreckungsmittel (52 %), gefolgt von einer wachsenden Präferenz für Inlandsreisen.
Die Erschwinglichkeit bleibt das Haupthindernis für Reisen nach Europa (43 %), insbesondere bei jüngeren Reisenden im Alter von 18 bis 34 Jahren.
Positiv zu vermerken ist, dass Sicherheit nach wie vor ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für Europa ist. Es ist zum wichtigsten Kriterium bei der Auswahl eines europäischen Reiseziels geworden und wird von 51 % der Befragten genannt, wobei die Zahl im Jahresvergleich deutlich zunimmt.
Dem Bericht zufolge liegt Europa in allen Sicherheitsdimensionen, einschließlich politischer Stabilität, persönlicher Sicherheit und Naturgefahren, weltweit an erster Stelle.
Europa für junge Reisende zugänglicher machen
„Die Erschwinglichkeit ist eindeutig ein Problem, insbesondere für jüngere Reisende, und es wäre besorgniserregend, wenn steigende Kosten strukturelle Hindernisse für das Reisen schaffen würden“, sagt Eduardo Santander, CEO von ETC, gegenüber The European Circle Travel.
Er betont, dass die Stärke Europas in seiner Vielfalt liegt und ein breites Spektrum an Preisklassen, Reisearten und Unterkunftsarten bietet.
„Jüngere Reisende sind anpassungsfähig und wertorientiert, und obwohl sie kostenbewusster sind, bleiben sie hoch motiviert zu reisen“, fügte er hinzu. „Der Schlüssel liegt darin, sicherzustellen, dass Europa weiterhin zugängliche Wege zu sinnvollen Erlebnissen bietet.“
Um dies zu erreichen, sollten sich Reiseziele laut Santander auf die Wertschöpfung statt auf Preissenkungen konzentrieren.
„Die Förderung von Reisen außerhalb der Saison, die Verbesserung erschwinglicher Bahnverbindungen, die Unterstützung jugendorientierter Unterkünfte und die Förderung von Erlebnissen außerhalb der großen Hotspots können Europa zugänglicher machen“, sagt er.
Insbesondere weist er darauf hin, dass junge Reisende Reisezielen, die ihre Werte wie Nachhaltigkeit, Inklusivität und Gleichberechtigung widerspiegeln, eher Vorrang vor bestimmten Attraktionen oder Erlebnissen geben.
„Wichtig ist, dass Nachhaltigkeit und Erschwinglichkeit in Einklang gebracht werden können: Längere Aufenthalte, langsameres Reisen und stärkeres Engagement vor Ort verringern nicht nur den Druck auf die Hauptreiseziele, sondern verbessern auch das allgemeine Besuchererlebnis für jüngere Reisende“, sagt er.