Hungerstreik von Angehörigen für die schnelle Freilassung venezolanischer Dissidenten

Zehn Menschen traten in Venezuela in einen Hungerstreik, um die Freilassung der verbleibenden 33 politischen Gefangenen in Zona 7 zu fordern. 17 wurden am Samstag freigelassen. Angehörige protestieren weiterhin für ein Amnestiegesetz.

Der am Samstag begonnene Hungerstreik ist nun der letzte Versuch von Angehörigen venezolanischer Gefangener, die Freiheit ihrer Angehörigen zu fordern. Politiker im Land debattieren immer noch über ein Amnestiegesetz für Dissidenten, die unter der Herrschaft von Präsident Nicolas Maduro inhaftiert sind.

Das Komitee für die Freiheit politischer Gefangener gab in einer auf Instagram veröffentlichten Nachricht bekannt, dass der Hungerstreik von 10 Personen durchgeführt wird und so lange andauern wird, bis die Regierung alle 33 politischen Gefangenen freilässt, die in einem Gefängnis namens Zona 7 festgehalten werden.

Am Samstag zuvor wurden 17 Gefangene aus dem Internierungslager Zona 7 in Caracas entlassen und trafen sich unter Tränen mit ihren Familien.

Verwandte dieser Dissidenten schlafen seit dem 8. Januar außerhalb der Einrichtung, als venezolanische Beamte ankündigten, dass es nach der US-Razzia zur Gefangennahme von Maduro und seiner Frau umfangreiche Freilassungen von Gefangenen geben würde, um die nationale Versöhnung zu fördern.

Tatsächlich wurden in den letzten Wochen Hunderte von Dissidenten aus anderen Gefängnissen in Venezuela freigelassen, in der Zona 7 gab es jedoch kaum Freilassungen. „Wir fordern, dass der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodriguez, sein Wort hält und alle politischen Gefangenen freilässt“, sagte Yessy Orozco, die Tochter eines ehemaligen Abgeordneten, der im November verhaftet wurde.

Die Nationalversammlung, die immer noch von der autoritären Regierungspartei kontrolliert wird, debattierte am Donnerstag über eine Maßnahme, die Hunderte Oppositionsmitglieder, Aktivisten und Menschenrechtsverteidiger freilassen könnte, die aus politischen Gründen seit Monaten oder Jahren inhaftiert waren. Die Debatte an sich war ein wichtiger Meilenstein für Venezuela, wo die Behörden jahrzehntelang bestritten haben, dass es im Land politische Gefangene gibt.

Die Debatte wird voraussichtlich nächste Woche fortgesetzt. Die im Exil lebende Oppositionsführerin Venezuelas, Maria Corina Machado, sagte am Samstag, dass sie im Rahmen des Übergangs zur Demokratie weiterhin auf Neuwahlen im Land drängen werde.

Venezuelas autoritäre Regierung steht unter dem Druck Washingtons, politische Reformen durchzuführen, da die Trump-Regierung die Sanktionen gegen die Ölindustrie des Landes lockert. Kürzlich trafen sich Beamte beider Nationen, um Möglichkeiten zur Ankurbelung der Ölproduktion zu besprechen.