Das Dorf Georgia lässt Berikaoba, ein altes heidnisches Frühlingsfest, wieder aufleben

Georgien erwacht jeden Frühling in Didi Chailuri mit Lärm und Farbenpracht. Einen Tag lang rennen maskierte Künstler namens Berikas von den Hügeln herab und füllen die Straßen dieses Dorfes in Kachetien. Sie schreien, knallen Peitschen und schmieren Schlamm, dann klopfen sie an Tore, um Brot, Wein und Süßigkeiten zu holen. Das Ritual heißt Berikaoba, ein altes Fruchtbarkeitsfest, das wahrscheinlich vor dem Christentum existiert.

Nika Saginashvili trägt die Maske seit 16 Jahren. Er sagt, eine Berika müsse bei jedem Wetter weiterlaufen, aber niemals Kinder erschrecken. Der Brauch verblasste in der Sowjetzeit. Es wurde von der örtlichen Lehrerin Eka Veshapidze wiederbelebt, die Nachbarn organisierte und junge Leute wieder anzog. Am Abend findet im Dorf Kada-, Pelamushi- und Chidaoba-Ringen statt, bis wieder Ruhe einkehrt.