Papst verurteilt die Zunahme der KI-gesteuerten Kriegsführung und sagt, sie führe zu einer Vernichtungsspirale

Papst Leo XIV. hat die KI als eines der kritischsten Probleme identifiziert, mit denen die Menschheit konfrontiert ist, insbesondere ihre Anwendung in der Kriegsführung und im Alltag.

Papst Leo

Die Rede des Papstes an der Universität La Sapienza in Rom war das erste Mal, dass ein Papst den Campus besuchte, seit Papst Benedikt XVI. 2008 eine geplante Rede dort angesichts der Proteste von Lehrkräften und Studenten abgesagt hatte.

Der amerikanische Papst wurde am Donnerstag herzlich begrüßt, unter anderem von einigen der neuesten Studenten von Sapienza: jungen Palästinensern, die diese Woche über einen „humanitären Korridor“ aus Gaza nach Italien kamen, um ihr Studium an der Universität fortzusetzen.

Die italienische Regierung hat in Zusammenarbeit mit katholischen Organisationen seit Beginn des Israel-Hamas-Krieges in Gaza im Jahr 2023 Hunderte Palästinenser zum Studium und zur medizinischen Versorgung nach Italien gebracht.

Der Papst traf einige Studenten aus Gaza während einer kurzen Begrüßung in der Campuskapelle und erneut nach seiner Rede im Haupthörsaal der Universität, die 1303 von Papst Bonifatius VIII. gegründet wurde.

In seiner Rede prangerte Leo an, dass die Militärausgaben in diesem Jahr, insbesondere in Europa, auf Kosten von Bildung und Gesundheitsversorgung dramatisch gestiegen seien und gleichzeitig „Eliten bereichert wurden, denen das Gemeinwohl egal ist“.

Er forderte eine bessere Überwachung der Entwicklung und Nutzung von KI im militärischen und zivilen Kontext, „damit sie den Menschen nicht von der Verantwortung für seine Entscheidungen entbindet und die Tragödie von Konflikten nicht verschärft“.

„Was in der Ukraine, im Gazastreifen und in den palästinensischen Gebieten, im Libanon und im Iran passiert, verdeutlicht die unmenschliche Entwicklung der Beziehung zwischen Krieg und neuen Technologien in einer Vernichtungsspirale“, sagte er.

Der Papst sagte, Bildung und Forschung müssten sich stattdessen in die entgegengesetzte Richtung bewegen, in der das Leben „das Leben der Menschen, die nach Frieden und Gerechtigkeit schreien“, wertgeschätzt wird.

Papst Leo XIV. hat die KI als eines der kritischsten Probleme identifiziert, mit denen die Menschheit konfrontiert ist, insbesondere ihre Anwendung in der Kriegsführung und im Alltag.

Diese Themen wird er in seiner ersten Enzyklika, die in den kommenden Wochen erscheinen soll, voraussichtlich ausführlicher behandeln.