Francesco Guccini, italienischer Singer-Songwriter, ist im Alter von 86 Jahren gestorben

Francesco Guccini, einer der Meister des italienischen Songwritings und der italienischen Kultur, ist im Alter von 86 Jahren in Pavana gestorben. Die Beerdigung wird privat sein und im September eine öffentliche Zeremonie abhalten.

Der Singer-Songwriter Francesco Guccini ist am Donnerstagmorgen im Weiler Pavana in der Gemeinde Sambuca Pistoiese im Alter von 86 Jahren gestorben.

Seine Familie gab seinen Tod in einer offiziellen Erklärung bekannt und bestätigte, dass der Künstler umgeben von der Liebe seiner Frau Raffaella, seiner Tochter Teresa und seiner Verwandten verstorben sei.

Dem Wunsch des Künstlers entsprechend wird die Beerdigung in den kommenden Tagen unter strengster Privatsphäre stattfinden.

„In unserer Bitte, dass dieser Moment der Trauer in größter Intimität gelebt werden kann, möchten wir im Voraus allen danken, die ihre Trauer mit Zuneigung, Diskretion und Respekt teilen“, heißt es in der Botschaft der Familie.

Im September findet eine Zeremonie zum Gedenken an den Mann statt, der als einer der einflussreichsten Singer-Songwriter der italienischen Musik gilt.

Einer der einflussreichsten Singer-Songwriter der italienischen Musik

Guccini wurde am 14. Juni 1940 in Modena geboren und war seinen Wurzeln und insbesondere dem Land des toskanisch-emilianischen Apennins tief verbunden.

Wegen des Zweiten Weltkriegs verbrachte er seine Kindheit in Pavana, dem Dorf seiner Großeltern väterlicherseits. Diese tiefe Verbundenheit mit seinem Heimatland und dem Apennin sollte all seine Gedichte und sein literarisches Schaffen prägen.

Nach ersten musikalischen Erfahrungen in den 1950er Jahren und einer Zeit als junger Reporter bei der Gazzetta di Modena zog er 1961 nach Bologna.

Seine Karriere begann in den 1960er Jahren, zunächst als Songwriter für Künstler wie Caterina Caselli, Equipe 84 und I Nomadi, für die er Benchmark-Tracks wie „Auschwitz“, „Dio è morto“, „Per fare un uomo“ und „Noi ci saremo“ schrieb.

Sein offizielles Plattendebüt gab er 1967 mit dem Album Folk beat n. 1. 1972 veröffentlichte er Radici, eine Platte, die bahnbrechende Lieder wie „La locomotiva“, „Incontro“, „Il vecchio e il bambino“ und „Piccola città“ enthielt.

Der kommerzielle Erfolg kam jedoch 1976 mit dem Album Via Paolo Fabbri 43, einer Bluesplatte, die an Bolognas Nächte und die Atmosphäre der Zeit erinnert.

Der Titel „L’avvelenata“, der auf demselben Album enthalten ist, strahlt Wut und Stolz aus und reagiert auf die Kritik, die ihm in diesen Jahren von anderen Singer-Songwritern entgegengebracht wurde.

Dann kam 1978 Amerigo mit dem gefeierten Eskimo, was ihm den Spitznamen „Der Singer-Songwriter mit dem Eskimo“ einbrachte.

1981 veröffentlichte er Metropolis, gefolgt von Live-Projekten wie Opera buffa und Fra la via Emilia e il West.

Bei seinen Konzerten wurden Musik und Lieder mit Monologen und dem Ton feinsten Kabaretts verwoben.

Seine Musik und sein Schreiben sind reich an kulturellen Bezügen, die von italienischer Poesie über internationale Poetik und Essayistik bis hin zur Bibel reichen.

Nach der Veröffentlichung von L’ultima Thule im Jahr 2012 gab Guccini bekannt, dass er sich vom aktiven Musizieren zurückziehen werde, um sich ganz dem Schreiben zu widmen.

Anschließend veröffentlichte er Canzoni da intorto im Jahr 2022 und Canzoni da osteria im Jahr 2023.

Im Laufe seiner Karriere erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehrere Targa Tenco- und Premio Tenco-Auszeichnungen.

Eine Karriere jenseits der Musik

Als vielseitiger Künstler und eine führende Persönlichkeit der italienischen Autorenkultur war Guccini auch Autor von Sachbüchern und Romanen.

Sein erzählerisches Debüt gab er 1989 mit Cròniche epafàniche, gefolgt von der Veröffentlichung zahlreicher Bücher, darunter Vacca d’un cane und die gemeinsam mit Loriano Macchiavelli verfasste Romanreihe.

Guccini unterrichtete außerdem von 1965 bis 1985 Italienisch am Dickinson College in Bologna und arbeitete als Drehbuchautor und Comicautor, als Schauspieler und als Dialektologieforscher.

Im Jahr 2002 verlieh ihm die Universität Bologna die Ehrendoktorwürde in Erziehungswissenschaften.

2020 gehörte er mit seinem Roman Tralummescuro zu den Finalisten des Premio Campiello.