Ein neues französisches Eisenbahnunternehmen hat die erste Genehmigung erhalten, die für die Einführung von Hochgeschwindigkeitsverbindungen von Paris zu Städten wie Bordeaux, Nantes und Angers erforderlich ist, was möglicherweise zu mehr Auswahl und Wettbewerb auf einigen der verkehrsreichsten Strecken des Landes führen wird.
Das französische Hochgeschwindigkeitsbahnnetz könnte bald einen neuen Namen auf den Abfahrtstafeln haben, da sich ein einheimisches Start-up darauf vorbereitet, die staatliche SNCF zu übernehmen.
Velvet, gegründet von einem ehemaligen SNCF-Manager, hat nach eigenen Angaben eine erste Lizenz für den Betrieb von Hochgeschwindigkeitszügen auf Strecken erhalten, die Paris mit Städten wie Bordeaux, Nantes und Angers verbinden. Der Betrieb ist ab 2028 geplant.
Auf seiner Website gibt das Unternehmen bekannt, dass es 10 Millionen Sitzplätze zwischen Paris und Zielen entlang der französischen Atlantikküste hinzufügen möchte, wobei die Direktverbindungen durchschnittlich etwa zwei Stunden dauern.
Für Reisende könnte dies eine größere Auswahl – und möglicherweise wettbewerbsfähigere Tarife – auf einigen der verkehrsreichsten Bahnstrecken des Landes bedeuten.
Obwohl Velvet erfolgreich eine erste Genehmigung des französischen Verkehrsministeriums erhalten hat, muss es nun vor der Markteinführung eine Sicherheitszertifizierung der französischen Eisenbahnregulierungsbehörde erhalten.
Der französische Schienenpersonenverkehrsmarkt wurde im Jahr 2020 im Zuge der Marktliberalisierungsbemühungen der EU für den Wettbewerb geöffnet, SNCF bleibt jedoch der mit Abstand dominierende Betreiber.
Velvet ist neben dem französischen Start-up Le Train, der spanischen Renfe und der italienischen Trenitalia einer von mehreren Herausforderern, die hoffen, dies zu ändern. Letzterer plant auch, mit Eurostar auf der Verbindung von Paris nach London zu konkurrieren.
Rachel Picard, Präsidentin von Velvet und ehemalige SNCF-Führungskraft, sagte, die neue Lizenz sei „ein wichtiger Schritt“ bei der Vorbereitung ihrer Züge, ihres Personals und ihres Betriebs.
Das Unternehmen hat 1 Milliarde Euro von einem französischen Investmentfonds eingesammelt, wovon ein Großteil in den Kauf von 12 Avelia Horizon-Zügen von Alstom fließen wird – dieselben Züge der nächsten Generation, die SNCF ebenfalls einführt.