Frecciarossa beginnt mit Tests für neue Hochgeschwindigkeitsstrecken von Rom und Mailand nach München

Probefahrten von Frecciarossa-Zügen in Deutschland und Österreich ebnen den Weg für Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen Rom, Mailand und München. Die ersten Gottesdienste sind für Sommer 2027 geplant.

Von Rom nach München mit dem Frecciarossa-Zug über Innsbruck. Ferrovie dello Stato (FS) hat im Rahmen der internationalen Zertifizierungsphase mit Testfahrten der von Trenitalia betriebenen Frecciarossa-Züge in Deutschland und Österreich begonnen.

Die FS Group hat angekündigt, dass die Aufnahme der Verbindungen zwischen Mailand und München sowie zwischen Rom und München „nach erfolgreichem Abschluss des Genehmigungsverfahrens für die neuen Züge“ für den Sommer 2027 geplant sei.

Nach Frankreich und Spanien und mit dem Ziel, bis 2029 über den Kanaltunnel das Vereinigte Königreich zu erreichen, erreichen nun auch Italiens Staatsbahnen das Herz Europas. Die Initiative wird in Zusammenarbeit mit den Deutschen und Österreichischen Bundesbahnen, der Deutschen Bahn und den ÖBB durchgeführt.

Durch die Eröffnung des Brenner-Basistunnels verkürzt sich die Fahrzeit um rund eine Stunde. Ab Dezember 2028 umfasst das Komplettangebot zehn Verbindungen zwischen Italien und Deutschland, die die Strecken zwischen Mailand, Rom und München abdecken und später nach Neapel und Berlin ausgeweitet werden.

Wo werden die neuen Dienste aufhören?

Das kommerzielle Angebot sieht vier Verbindungen auf den Strecken Mailand – München und Rom – München vor.

Auf der Strecke Mailand – München mit einer Fahrzeit von etwa sechseinhalb Stunden sind die wichtigsten Zwischenstopps Brescia, Verona, Rovereto, Trient, Bozen und Innsbruck.

Auf der Strecke Rom – München mit einer Fahrzeit von etwa achteinhalb Stunden sind die Haupthaltestellen Florenz, Bologna, Verona, Rovereto, Trient, Bozen und Innsbruck.

Auf dem Weg zum neuen „Europäischen Metro“-Netz

„Der Beginn der Testläufe in Deutschland und Österreich ist ein Schritt auf dem Weg zur Umsetzung eines Projekts, das unseren Anspruch bestätigt, die Bahn zum Benchmark-Transportmittel für Mobilität in ganz Europa zu machen“, sagte FS-Geschäftsführer und General Manager Gianpiero Strisciuglio.

„Dank unserer Partnerschaft mit der Deutschen Bahn und den ÖBB sind wir auf dem Weg zur Schaffung der Hochgeschwindigkeits-„Europäischen U-Bahn“ und bieten den Fahrgästen einen Service, der Regionen, Menschen und Volkswirtschaften einander näher bringt“, erklärte Strisciuglio.

Der FS-Chef fügte hinzu, dass Frecciarossa „damit seinen internationalen Wachstumskurs fortsetzt, die technologische und industrielle Exzellenz der FS-Gruppe ins Ausland trägt und zur Entwicklung eines zunehmend integrierten europäischen Schienennetzes beiträgt“.

Auch der Minister für Infrastruktur und Verkehr, Matteo Salvini, zeigte sich zufrieden mit dem erreichten Meilenstein. Salvini beschrieb es als „einen weiteren Schritt, der das Wachstum der FS-Gruppe und ihre Fähigkeit bestätigt, neue Märkte im Ausland zu erobern und gleichzeitig bessere Dienstleistungen und Infrastruktur in Italien bereitzustellen. Mehr Arbeitsplätze, mehr Verbindungen, mehr Italien in Europa“.

Die Vereinbarung zwischen Trenitalia und der Deutschen Bahn wird es außerdem ermöglichen, technisches Fachwissen auszutauschen, damit sich die Züge an unterschiedliche Stromversorgungs- und Signalsysteme anpassen können, wodurch der erforderliche technische Prozess beschleunigt und die damit verbundenen Kosten unter Kontrolle gehalten werden. Parallel zum Bau der Prototypen wurden auch Schulungsprogramme für deutsches und österreichisches Fahrpersonal gestartet.

Der Frecciarossa entspricht den europäischen technischen Spezifikationen für die Interoperabilität und wurde für den Betrieb in Italien und auf den Schienennetzen Frankreichs, Deutschlands, Spaniens, Österreichs, der Schweiz, der Niederlande und Belgiens entwickelt und gebaut.

Die neue Verbindung wird sich auch auf die Bahnverbindungen mit anderen Ländern auswirken und die Nachfrage nach Reisen zu Zielen wie Frankfurt und Krakau ansprechen.