Die Lieferung von 22 Tankwagen mit AI-95-Benzin folgt einer Vereinbarung zwischen den beiden Regierungen im November und stellt einen konkreten Schritt zur Normalisierung der Beziehungen dar, nachdem Anfang des Jahres ein Friedensabkommen erzielt wurde.
Aserbaidschan verschiffte am Donnerstag Erdölprodukte per Bahn nach Armenien. Dies sei der erste Export dieser Art seit Jahrzehnten und ein spürbarer Durchbruch bei den Bemühungen, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu normalisieren, sagten Beamte.
Die Lieferung am Donnerstag umfasste 22 Eisenbahnkesselwagen mit 1.210 Tonnen AI-95-Benzin, hergestellt von der staatlichen aserbaidschanischen Ölgesellschaft SOCAR, die über Georgien nach Armenien aufbrachen, berichtete die in Baku ansässige internationale Verkaufsstelle AnewZ.
Beamte beider Seiten sagten, der Export sei ein bedeutender Schritt über politische Erklärungen hinaus und zeige die praktischen wirtschaftlichen Vorteile des Friedens.
Die Treibstofflieferung folgt einer Vereinbarung, die am 28. November in Gabala im Nordwesten Aserbaidschans getroffen wurde, wo der stellvertretende aserbaidschanische Premierminister Shahin Mustafayev mit seinem armenischen Amtskollegen Mher Grigoryan zusammentraf.
Laut AnewZ erörterten beide Seiten Maßnahmen zum Aufbau von Vertrauen und zur Wiederherstellung der durch jahrzehntelange Konflikte und geschlossene Grenzen unterbrochenen Wirtschaftsbeziehungen, um einen vorteilhaften Handel zu ermöglichen und zur Energiesicherheit und wirtschaftlichen Stabilität beizutragen.
Beide Regierungen betonten die symbolische Bedeutung der Wiederherstellung einer Eisenbahnverbindung, die aufgrund der Feindseligkeiten jahrelang unterbrochen war, als Grundlage für die Wiederherstellung einer umfassenderen regionalen Konnektivität.
Armenien importiert derzeit mehr als 60 % seines Kraftstoffs aus Russland – 230.000 Tonnen Benzin und 175.000 Tonnen Diesel im Jahr 2024, während der Rest aus dem Iran, Rumänien, Malta und der Türkei kommt.
Durch die Wiedereröffnung von Handelsrouten und den Aufbau verlässlicher Handelsbeziehungen könnte das Abkommen den Weg für eine Ausweitung des Handels im gesamten Südkaukasus ebnen und Armenien, Aserbaidschan und Nachbarstaaten durch wiederbelebte Transport- und Energiekorridore verbinden, sagen Analysten.
AI-95 ist ein bleifreies Superbenzin, das je nach Markt auch als Super- oder Normalbenzin bezeichnet wird.