Das Wohlergehen der Kinder in Paris steht auf dem Prüfstand, nachdem die zweite Mutter behauptet, den Kindern seien die Köpfe rasiert worden

Die Ansprüche kommen nur wenige Tage nach einem anderen Fall, in dem es um einen achtjährigen Jungen ging, und veranlassten die Pariser Behörden, die Angelegenheit an die Gerichte zu verweisen.

Nachdem der Fall eines achtjährigen Jungen, dessen Haare als „Strafe“ in einem Pariser Pflegeheim zwangsweise rasiert wurden, das Land schockierte, meldete sich eine zweite Mutter zu Wort und sagte, ihre beiden Söhne im Alter von drei und vier Jahren hätten in einem anderen Pariser Pflegeheim eine ähnliche Tortur erlebt.

In einem Gespräch mit dem öffentlich-rechtlichen Sender Franceinfo sagte die Frau am Donnerstag, dass den Jungen im Juli in einem Pflegeheim im 18. Pariser Bezirk die Köpfe vollständig rasiert worden seien. Sie sagte, sie plane, in den kommenden Wochen eine formelle Beschwerde einzureichen.

Der Mutter zufolge ereignete sich der Vorfall kurz nachdem ein Jugendrichter die vorübergehende Unterbringung der Kinder in Obhut angeordnet hatte, eine Entscheidung, die Berichten zufolge getroffen wurde, um die Jungen während einer schwierigen Trennung der Eltern zu schützen.

Die Mutter behauptet, dass sie bei ihrem ersten Besuch in der Einrichtung schockiert war, als sie feststellte, dass beide Kinder keine Haare hatten, und fügte hinzu, dass sie sich ihrer Rolle als Eltern „beraubt“ fühlte.

Den Erklärungen des Pflegeheimleiters zufolge war der radikale Haarschnitt auf Läuse in der Einrichtung zurückzuführen. Allerdings behauptet die Mutter, sie habe nur einen einfachen Haarschnitt genehmigt.

Die OVE-Stiftung, die das betreffende Heim betreibt, räumt ein, dass tatsächlich ein Abschlag vorgenommen wurde.

OVE-Generaldirektor Christian Berthuy erklärte gegenüber Franceinfo, dass diese Entscheidung „nach Gesprächen zwischen Fachleuten und mit Zustimmung der Mutter“ getroffen wurde, um die Behandlung wirksamer zu machen und die Ausbreitung von Kopfläusen unter den anderen Kindern zu verhindern.

Allerdings räumte Berthuy ein, dass „Haarschneiden keine Routineaufgabe für die Pflegekräfte ist“.

Als Reaktion auf diesen Vorfall gab der Pariser Stadtrat bekannt, dass er die Angelegenheit an die Gerichte verwiesen habe.

Außerdem hieß es, man habe den Leiter des Vereins, der das Heim leitet, einbestellt und habe geplant, die Familie in den nächsten Tagen zu treffen.

Im anderen Fall, dem achtjährigen Kind, das im Februar in einem anderen Pariser Haus rasiert wurde, hat die Staatsanwaltschaft der Stadt ein Ermittlungsverfahren wegen „vorsätzlicher Gewalt“ eingeleitet. Die Stadt Paris bezeichnete den Vorfall als „äußerst schwerwiegend“.