Die Schließung der regionalen Tochtergesellschaft ist Teil eines strategischen Plans, den Lufthansa unter Berufung auf höhere Kerosinpreise und eskalierende Arbeitsstreiks beschleunigt hat.
Der deutsche Fluggesellschaftskonzern Lufthansa kündigte am Donnerstag an, dass er seine regionale Tochtergesellschaft CityLine schließen werde. Höhere Kerosinpreise und eine Reihe von Arbeitsstreiks hätten eine Beschleunigung seiner strategischen Pläne erzwungen.
„Als ersten, sofort wirksamen Schritt werden ab übermorgen die 27 einsatzbereiten Flugzeuge der Lufthansa CityLine endgültig aus dem Flugprogramm genommen, um weitere Verluste bei der defizitären Airline zu reduzieren“, teilte der Konzern mit.
CityLine beschäftigt rund 2.000 Mitarbeiter, denen eine Weiterbeschäftigung in anderen Tochtergesellschaften angeboten wurde, fügte Lufthansa hinzu.
Die Kerosinpreise hätten sich seit Ausbruch des Nahostkrieges mehr als verdoppelt, teilte das Unternehmen mit.
Zusätzlich zur Treibstoffkrise war Lufthansa mit regelmäßigen Streikaktionen konfrontiert, darunter diese Woche fünf aufeinanderfolgende Arbeitsniederlegungen von Kabinenpersonal und Piloten.
Auch die Internationale Energieagentur hat auf den Druck auf die Treibstoffversorgung hingewiesen. Ihr Exekutivdirektor Fatih Birol sagte, Europa habe „vielleicht noch etwa sechs Wochen Treibstoff übrig“ und warnte vor möglichen Flugannullierungen „bald“, wenn die Ölversorgung durch den Iran-Krieg weiterhin unterbrochen bleibt.
Das Angebot auf Lang- und Kurzstrecken im gesamten Lufthansa-Streckennetz werde nach dem Sommer aus Kostengründen reduziert, teilte der Konzern mit.
„Ziel ist es, unsere Kurz- und Mittelstreckenplattformen klarer zu fokussieren und wettbewerbsfähiger zu machen“, sagte Till Streichert, Finanzvorstand der Lufthansa Group.
Die Langstreckenkapazität werde „zum Ende des Sommerflugplans“ um „insgesamt sechs Interkontinentalflugzeuge“ reduziert, hieß es in einer Mitteilung.
Im Winterflugplan 2026/27 plant Lufthansa weitere Kürzungen. Dadurch werden fünf Flugzeuge aus der Lufthansa-Flotte an sechs Zielorten entfernt, was sich auf die Anzahl der unter der Hauptmarke Lufthansa durchgeführten Flüge auf Kurz- und Mittelstrecken auswirkt.
Der Aktienkurs der Lufthansa ist am Donnerstagnachmittag in Frankfurt um mehr als 3,5 % gefallen.