Anfang dieser Woche warnte der deutsche Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz, stellvertretender Vorsitzender des Geheimdienstaufsichtsausschusses, vor einer wachsenden Bedrohung durch China.
Die deutsche Polizei hat am Mittwoch ein Ehepaar wegen Spionage für China festgenommen und ihnen vorgeworfen, Informationen über fortschrittliche Technologie für militärische Zwecke zu suchen.
Das Paar, deutsche Staatsangehörige, teilweise mit den Namen Xuejun C. und Hua S., sei in der südlichen Stadt München festgenommen worden, teilte die Bundesanwaltschaft mit und behauptete, das Paar arbeite „für einen chinesischen Geheimdienst“.
Ihre Wohnungen und Arbeitsplätze in München wurden durchsucht.
Das Ehepaar soll „Kontakte zu zahlreichen Wissenschaftlern an deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen aufgebaut haben, insbesondere zu Lehrstühlen aus den Bereichen Luft- und Raumfahrttechnik, Informatik und Künstliche Intelligenz“.
Um diese Kontakte zu knüpfen, soll sich das Paar „als Dolmetscher oder als Mitarbeiter eines Automobilherstellers ausgegeben haben“.
Einige Wissenschaftler seien dann „unter dem Vorwand, bezahlte Vorträge vor einem zivilen Publikum zu halten, dazu verleitet worden, nach China zu reisen“, hätten sich aber letztlich an Mitarbeiter staatlicher Waffenhersteller gewandt, so die Staatsanwaltschaft.
Neben den Festnahmen der Verdächtigen sagten die Staatsanwälte, dass „weitere Maßnahmen“ in Berlin, München und mehreren anderen Orten im ganzen Land „gegen insgesamt zehn Personen durchgeführt würden, die keiner Straftat verdächtigt werden, aber potenzielle Zeugen sind“.
Letzter Vorfall
In Deutschland gab es in jüngster Zeit mehrere aufsehenerregende Spionagefälle mit Bezug zu China.
Im Februar wurde ein US-Bürger von einem Gericht in der westlichen Stadt Koblenz inhaftiert, weil er China während seiner Arbeit als ziviler Auftragnehmer auf einem US-Militärstützpunkt vertrauliche Informationen zur Verfügung gestellt hatte.
Im September wurde ein ehemaliger Berater des rechtsextremen Politikers Maximilian Krah zu mehr als vier Jahren Haft verurteilt, nachdem ein Gericht ihn für schuldig befunden hatte, während seiner Tätigkeit für Krah als Agent eines chinesischen Geheimdienstes gehandelt zu haben.
Die Staatsanwaltschaft hat auch eine Untersuchung gegen Krah selbst wegen Vorwürfen eingeleitet, er habe während seiner Zeit als Europaparlamentarier Geld aus Russland und China genommen, was er bestreitet.
Anfang dieser Woche warnte der deutsche Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz, stellvertretender Vorsitzender des Geheimdienstaufsichtsausschusses, vor einer wachsenden Bedrohung durch China.
„Wir unterschätzen massiv die Energie und Aggression, mit der China gegen den Westen vorgeht, auch gegen Europa und Deutschland“, sagte er in einem Podcast von Politico.
Er verwies auf Chinas Beziehungen zu Russland und fügte hinzu, dass „Autokraten ein gemeinsames Interesse daran haben, Allianzen zu schmieden und gegen ihren vermeintlichen Feind zusammenzuhalten“, sagte er.