Ein Feuer wütet im Schlafsaal einer Mädchenschule in Kenia und tötet mindestens 16 Schülerinnen

In Kenia, wo Internate als koloniales Erbe von Missionaren und britischer Herrschaft weit verbreitet sind, kam es zu vielen verheerenden Schulbränden.

Mindestens 16 Kinder wurden getötet und 79 weitere ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem am Donnerstag ein Feuer in einem Mädchenwohnheim in Kenia ausgebrochen war.

Das Feuer sei kurz vor 01:00 Uhr Ortszeit in der Utumishi Girls Academy im Nakuru County, rund 120 Kilometer nördlich der Hauptstadt Nairobi, ausgebrochen, sagten Beamte.

In Kenia, wo Internate als koloniales Erbe von Missionaren und britischer Herrschaft weit verbreitet sind, kam es zu vielen verheerenden Schulbränden.

Es war unklar, wie alt die Opfer des Brandes am Donnerstag waren.

„Wir haben 16 Todesopfer. Es ist ein bedauerlicher Vorfall“, sagte Bildungsminister Julius Migos Ogamba gegenüber Reportern vor Ort.

Verzweifelte Eltern wurden von den Behörden vor den Schulgebäuden festgehalten, während die Ermittler sich beeilten, die Opfer zu identifizieren.

„Unsere Herzen und Gebete sind bei den Familien, die ihre geliebten Töchter verloren haben“, sagte Präsident William Ruto auf X und beschrieb es als „unvorstellbare Tragödie“.

Die Schule sei mit dem Nationalen Polizeidienst verbunden und die meisten Schüler seien Kinder von Beamten, sagte Innenminister Kipchumba Murkomen.

„Wir wissen, dass dies ein sehr beunruhigender Moment ist“, sagte er gegenüber Reportern.

Auf die Frage nach der Brandursache rief Murkomen zu Geduld während der laufenden Ermittlungen auf und forderte die Menschen auf, Spekulationen zu vermeiden.

Das Kenianische Rote Kreuz teilte mit, dass mehrere Studenten evakuiert wurden und in verschiedenen Krankenhäusern behandelt werden.

Die Gruppe sagte, sie habe „Such- und psychosoziale Unterstützungsteams eingesetzt, um betroffene Schüler und Familien zu unterstützen“.

In der Vergangenheit wurde Kindern vorgeworfen, vorsätzlich Schulbrände gelegt zu haben. Einem Bericht zufolge gab es allein im Jahr 2018 63 Fälle von Brandstiftung an Schulen.

Nach einem Wohnheimbrand im Jahr 2001 im südlichen Bezirk Machakos wurden Schüler angeklagt, bei denen 67 Menschen ums Leben kamen.

Bei einem Brand im Jahr 2024 kamen 21 Jungen ums Leben, nachdem ein Wohnheim der Hillside Endarasha Academy im Kreis Nyeri in Flammen aufgegangen war.

Nach dem Brand versprach die Regierung eine Sicherheitsüberprüfung aller Schulen und die strafrechtliche Verfolgung von Verstößen, es ist jedoch nicht klar, ob Maßnahmen umgesetzt wurden.

Ein Bericht des kenianischen National Crime Research Centre aus dem Jahr 2017 machte Prüfungsstress und lange Schulzeiten dafür verantwortlich und sagte, dass Schüler verschiedener Schulen über geschmuggelte Telefone kommunizierten, was zu Nachahmertaten führe.