EU-Handelsminister besucht Manila, um das Handelsabkommen mit den Philippinen abzuschließen

Manila und Brüssel haben bereits sechs Gesprächsrunden abgeschlossen, die auf den Abbau von Handelshemmnissen in einem breiten Spektrum von Sektoren abzielen. Das Abkommen wäre ein weiterer Schritt in Brüssels Bemühungen, seine Handelsbeziehungen im gesamten asiatisch-pazifischen Raum zu diversifizieren.

EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič wird nächste Woche Manila besuchen, um ein Handelsabkommen mit den Philippinen abzuschließen, bestätigte die Europäische Kommission am Montag gegenüber The European Circle.

Das Abkommen steht kurz vor dem Abschluss, da Brüssel im vergangenen Jahr zunehmend auf den asiatisch-pazifischen Raum ausgerichtet ist, um seine Handelsbeziehungen zu diversifizieren.

Seit der Rückkehr von US-Präsident Donald Trump an die Macht hat sich die globale Handelsordnung verändert, und die EU sucht nach neuen Märkten für ihre Exporte.

Die letzte Runde der Handelsgespräche zwischen der EU und den Philippinen fand im Mai statt, wobei sich der Zugang zum öffentlichen Beschaffungswesen als letzter Knackpunkt herausstellte. Eine Einigung würde einen Wandel für die Philippinen bedeuten, die bisher öffentliche Aufträge für ausländische Bieter geschlossen gehalten haben.

Die Kommission teilte den Abgeordneten Anfang des Monats mit, dass der Rest der Vereinbarung fertig sei. Ziel ist es, Handelshemmnisse zwischen beiden Partnern in den meisten Sektoren abzubauen.

Ein Beamter der EU-Exekutive sagte den Abgeordneten außerdem, dass die Gesundheits- und Pflanzenschutzvorschriften für Lebensmittelprodukte „ehrgeizig“ seien, ebenso wie Automobilstandards, die den Zugang von EU-Herstellern zum philippinischen Markt verbessern würden. Der Beamte fügte hinzu, dass die EU und die Philippinen sowohl bei Industriegütern als auch bei der Landwirtschaft „komplementär“ seien.

Das Abkommen ist wichtig für Manila, das von den US-Zöllen im Jahr 2025 und vom Krieg im Iran betroffen ist, der sich stark auf die Energiepreise im Land ausgewirkt hat.

Allerdings haben die Philippinen im August auch den von der Weltbank verliehenen Status eines „Landes mit höherem mittlerem Einkommen“ erreicht, was sie zu einem vielversprechenden Markt macht – „eine der dynamischsten Volkswirtschaften im ostasiatisch-pazifischen Raum seit 2010“, sagte die Weltbank.

Der bilaterale Warenhandel zwischen der EU und den Philippinen belief sich im Jahr 2024 auf 16,8 Milliarden Euro. Im selben Jahr war die EU mit 7 % des gesamten Warenhandels des Landes der viertgrößte Handelspartner der Philippinen, während die Philippinen mit 0,3 % des gesamten Warenhandels der EU der 39. größte Handelspartner der EU waren.

Nach den Philippinen strebt die Kommission den Abschluss der Gespräche mit Thailand an, wodurch 2026 ein starkes Jahr für EU-Handelsabkommen in Asien und im Pazifik wird, wobei bereits Vereinbarungen mit Australien und Indien getroffen wurden.