EU-Vorschriften schüren Konflikte in Zypern wegen der Keulung, während Landwirte mit Protesten drohen

In Zypern bahnen sich Proteste an, da Landwirte sich gegen Massenkeulungen aussprechen und alternative EU-Maßnahmen fordern. Die Veterinärvereinigung sagt NEIN.

Der neu gegründete zyprische Viehzuchtverband, der rund 200 Mitglieder vertritt, sagte, er sei bereit, „energische Maßnahmen“ zu ergreifen, selbst wenn die finanzielle Unterstützung genehmigt werde, es sei denn, die Behörden überdenken ihre Strategie.

Im Gespräch mit dem Staatssender RIK argumentierte Sprecherin Stella Petrou, dass die europäischen Regeln alternative Ansätze zur Bewältigung der Krise ermöglichen. Sie sagte, die Landwirte hätten noch keine klaren Einzelheiten zur Entschädigung erhalten, einschließlich der Deckung von Produktionskosten, Futtermitteln und Einkommensverlusten.

Sie schloss zwar Flughafenblockaden aus, sagte aber, die Demonstrationen würden sich gegen den Präsidentenpalast und wichtige Stadtstraßen richten.

Der Ausbruch hat bisher zur Keulung von etwa 38.900 Schafen und Ziegen, 2.247 Rindern und 21.500 Schweinen geführt. Daten von 110 betroffenen Betrieben deuten auf Verluste in Höhe von 9,5 % der ausgewachsenen Schafe und Ziegen, 2,8 % der Rinder und fast 7,9 % der Schweine hin.

Regierung besteht auf EU-Regeln

Regierungssprecher Konstantinos Letymbiotis sagte, die Reaktion müsse sich strikt an die Veterinärprotokolle der EU halten und dürfe keinem politischen Druck unterliegen.

Er sagte, der Präsident verfolge die Entwicklungen genau und unterstütze relevante Dienste, bestätigte jedoch, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keine Pläne für ein neues Treffen mit Landwirten gebe.

Zur Entschädigung sagte Letymbiotis, dass die Gespräche voranschreiten und Ankündigungen erwartet werden, sobald die Verfahren abgeschlossen sind.

Er räumte die Frustration der Landwirte ein, betonte jedoch, dass der Schutz der öffentlichen Gesundheit weiterhin Priorität habe. Er fügte hinzu, dass die Behörden bereits ausführliche Treffen mit Interessenvertretern und EU-Beamten abgehalten hätten und deutlich gemacht hätten, dass es keinen Spielraum gebe, von den europäischen Vorschriften abzuweichen.

Experten lehnen alternativen Ansatz ab

Dimitris Epaminondas, Leiter der Pancyprian Veterinary Association, wies Behauptungen zurück, dass es alternative EU-Protokolle gebe.

Er sagte, die Union wende eine einheitliche Ausrottungsstrategie an, um die Ausbreitung der Krankheit durch Handel zu verhindern, und lasse den einzelnen Mitgliedstaaten keine Flexibilität.

Epaminondas warnte außerdem davor, dass eine Nichteinhaltung zu einem Handelsembargo führen könnte, das sich möglicherweise auf den Export von Halloumi, einem Schlüsselprodukt der zyprischen Wirtschaft, auswirken könnte.