Neue Daten zeigen, dass Südeuropa in diesem Sommer die am schnellsten wachsende Tourismusregion ist, da Reisende angesichts geopolitischer Unsicherheit und Störungen im Luftverkehr nach Zielen suchen, die sich „näher, vertrauter und zugänglicher“ anfühlen.
Südeuropa dürfte in diesem Sommer die herausragende Region der nördlichen Hemisphäre sein, wobei Griechenland, Spanien und Italien das stärkste Wachstum der internationalen Reisenachfrage verzeichnen, da sich Reisende zunehmend für „nähere, vertrautere“ Reiseziele entscheiden.
Laut einer neuen Analyse von The Data Appeal Company/Almaviva Group wird Südeuropa zwischen Juni und August 2026 11,71 % der weltweiten internationalen Reiseabsichten ausmachen, was einem Anstieg von 2,47 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Die Ergebnisse basieren auf dem Share of Searches Index des Unternehmens, der das weltweite Flugsuchverhalten verfolgt, um die Reisenachfrage zu messen.
Die starke Leistung der Mittelmeerregion kommt zu einer Zeit, in der die internationalen Reisemuster durch geopolitische Spannungen, Flugumleitungen und steigende Betriebskosten für Fluggesellschaften verändert werden.
Während Reiseziele in ganz Asien weiterhin den größten Anteil der Reisenden anziehen, veranlasst die Unsicherheit im Zusammenhang mit den anhaltenden Spannungen im Nahen Osten viele Urlauber dazu, Reiseziele zu bevorzugen, die als leichter erreichbar gelten.
„Die Daten zu den Reiseabsichten im Sommer deuten darauf hin, dass sich die Nachfrage nach Langstreckenflügen aufgrund der Beeinträchtigung der Fluganbindung und der Flugkorridore durch Umleitungen, höhere Kosten und geopolitische Unsicherheit auf natürliche Weise hin zu Zielen verlagert, die näher, vertrauter und zugänglicher wirken“, sagte Carlos Cendra, Chief Marketing and Communications Officer bei Data Appeal.
Laut Cendra erklärt dies „die positiven Aussichten für Reiseziele mit zunehmender Reiselust, insbesondere in Südeuropa, sowie die Widerstandsfähigkeit der asiatischen Regionen“, trotz des Rückgangs der Gesamtnachfrage nach Ost- und Westasien, die weiterhin durch erhebliche interkontinentale und regionale Reiseströme gestützt werden.
Unter den Top-Performern Südeuropas verzeichnete Athen den größten Anstieg der Reiseabsichten und stieg im Jahresvergleich um 0,23 Prozentpunkte und deckte 0,77 % der weltweiten Nachfrage ab. Die griechische Hauptstadt profitiert weiterhin von ihrer doppelten Attraktivität als Reiseziel für Städtereisen und als Tor zu den Inseln des Landes.
Barcelona bleibt das meistgesuchte Reiseziel der Region und macht 1,01 % der weltweiten Reiseabsichten aus, während Madrid, Rom und Mailand ebenfalls bemerkenswerte Zuwächse verzeichneten. Forscher führen das Wachstum auf die starke Fluganbindung und die anhaltende Beliebtheit von Strandurlauben am Mittelmeer zurück.
Starke Sommernachfrage für Nordamerika
Auch anderswo erlebt Nordamerika einen starken Sommer. Auf die Region entfallen 8,36 % der weltweiten Reiseabsichten, ein Anstieg um 1,01 Prozentpunkte im Jahresvergleich.
Analysten weisen auf eine erhöhte Nachfrage im Zusammenhang mit der FIFA-Weltmeisterschaft hin, wobei Gateway-Städte wie New York, Los Angeles, Miami und Orlando vom internationalen Interesse profitieren. Auch kanadische Reiseziele verzeichnen Wachstum, insbesondere Vancouver und Calgary.
Insgesamt dominiert Asien weiterhin die weltweite Reisenachfrage. Auf Ostasien entfallen 14,41 % der internationalen Reiseabsichten, während Südostasien 13,58 % ausmacht. „Das bedeutet, dass mehr als jeder vierte internationale Reisende im Sommer 2026 Reiseziele in diesen beiden Regionen wählen wird“, heißt es in dem Bericht.
Allerdings verzeichnete Ostasien im Vergleich zum Sommer 2025 einen deutlichen Nachfragerückgang, während Westasien mit einem Marktanteilsverlust von 2,69 Prozentpunkten den stärksten Rückgang aller Regionen verzeichnete. Dennoch ziehen Reiseziele wie Türkiye, Zypern und Georgien aufgrund der starken regionalen Nachfrage weiterhin Reisende an.
Südostasien bleibt ein Lichtblick und verzeichnet ein bescheidenes Wachstum. Bali führt die Region mit 1,38 % der weltweiten Reiseabsichten an, gefolgt von Manila und Jakarta, während Reiseziele in Vietnam, Thailand und den Philippinen weiterhin an Dynamik gewinnen.
Die Daten verdeutlichen auch eine umfassendere Umverteilung der Reisenachfrage. Lateinamerika und die Karibik verzeichneten einen der stärksten Zuwächse weltweit, angeführt von Peru, Brasilien und Mexiko, während Afrika ein bescheidenes Wachstum verzeichnete.
Unterdessen profitiert Nordeuropa weiterhin vom „Coolcation“-Trend. Auf die Region entfielen 5,96 % der weltweiten Reiseabsichten. Reiseziele wie London, Edinburgh, Dublin, Kopenhagen und Island locken Reisende an, die mildere Sommertemperaturen und Alternativen zur mediterranen Hitze suchen.