Französische Hauskäufer legen heute viel mehr Wert auf die Lage einer Immobilie, auf Fensterläden, Klimaanlage, Belüftung und Bäume in der Nähe, um sie vor Hitze zu schützen.
Laut einer Studie von Leboncoin geben mehr als acht von zehn Franzosen an, dass sie sich durch die hohen Temperaturen in ihren Häusern unwohl fühlen, und einer von drei würde aufgrund von Hitzewellen nun einen Umzug in Betracht ziehen, da Käufer zunehmend den thermischen Komfort bei Immobilienentscheidungen berücksichtigen.
Die Ausrichtung einer Immobilie, die lange Zeit als Vorteil galt, wird nun danach beurteilt, wie kühl sie ein Zuhause hält, und in Paris verliert die vollständige Ausrichtung nach Süden zunehmend an Reiz.
„Immobilien mit Südausrichtung sind nicht mehr so gefragt wie früher, weil die Leute jetzt merken, dass in der Südlage die Sonne sehr stark brennt“, sagt Immobilienmakler Joseph Denke von FredéLion.
Bei Besichtigungen achten Käufer nun genau auf alles, was dazu beitragen kann, die Immobilie kühl zu halten: eine durchgehende Aufteilung, die Möglichkeit, nachts zu lüften, Fensterläden, eine Terrasse oder einen schattigen Außenbereich. Einige berücksichtigen sogar das Vorhandensein von Bäumen in der Nachbarschaft.
Klimaanlage, ein ernstzunehmendes Verkaufsargument
Klimaanlagen, die bisher selten in Angeboten hervorgehoben wurden, werden zu einem echten Verkaufsargument. Eigentümer zögern nicht länger, diese Funktion zu bewerben, wenn sie eine Immobilie auf den Markt bringen.
„Früher dachten Eigentümer nicht unbedingt daran, Rollläden oder Klimaanlagen hervorzuheben. Heute sind das Dinge, die sehr deutlich in den Vordergrund gerückt werden“, sagt Laetitia Caron, Geschäftsführerin der Immobilienplattform PAP.
Die Verschiebung der Kaufkriterien belastet den Verkauf bestimmter Immobilien. Im 5. Pariser Arrondissement hat eine 66 Quadratmeter große Wohnung trotz großer Fenster Schwierigkeiten, einen Käufer zu finden. Das Anwesen hat keine Doppelaspekte und die Luftzirkulation ist schlecht.
„Die Leute haben das Gefühl, dort zu ersticken, und es gibt keine andere Möglichkeit, als eine Klimaanlage zu installieren“, sagt der Immobilienmakler Christian Tokoto von Guy Hoquet.
Jeder dritte Franzose könnte über einen Umzug nachdenken
Für die Leboncoin-Studie mit dem Titel „Canicule & Immobilier 2026“ wurden 1.752 Personen befragt.
Laut Sophie Bourg, Marketingleiterin bei Leboncoin Immobilier, wurden Hitzewellen nicht mehr als isolierte Ereignisse angesehen, sondern prägen zunehmend die Wohnwahl.
„Kühle und sommerliche Behaglichkeit sind zu einem eigenständigen Immobilienkriterium geworden“, sagt sie.