Schauen Sie in Ihr Portemonnaie: Manche 2-Euro-Münzen sind deutlich mehr wert

Sie sagen vielleicht zwei Euro, aber Sammler zahlen manchmal ein Vielfaches: Seltene Ausgaben und auffällige Prägefehler können Kleingeld zu begehrten Schätzen machen.

Beim Bäcker, an der Parkuhr oder im Supermarkt wechseln Münzen meist den Besitzer, ohne dass jemand sie prüft. Dennoch kann es sich lohnen, einen genaueren Blick auf das Kleingeld zu werfen: Manche 2-Euro-Stücke haben einen Sammlerwert, der weit über ihrem Nennwert liegt. Was jedoch zählt, sind spezifische Merkmale. Ein außergewöhnliches Design allein macht eine Münze noch nicht zur Rarität.

Grace Kelly: Von zwei Euro auf 3.000

Einer der bekanntesten Schätze ist eine 2-Euro-Gedenkmünze aus Monaco aus dem Jahr 2007. Sie markiert den 25. Todestag von Prinzessin Gracia Patricia, der ehemaligen Hollywood-Schauspielerin Grace Kelly. Die Europäische Zentralbank beziffert die Auflage auf lediglich 20.001 Exemplare. Die Münze ist am Porträt der Prinzessin, dem Landesnamen „MONACO“ und der Jahreszahl 2007 zu erkennen. Rechts neben dem Bildnis steht der Name des Künstlers, „RB BARON“.

Experten schätzen den Wert dieser Münze auf etwa 3.100 Euro.

Allerdings gibt es einen großen Haken: Es wurde direkt an Sammler verkauft und nicht in den normalen Verkehr gebracht. Es wäre daher äußerst unwahrscheinlich, dass Sie in Ihrem Kleingeld eines finden. Im Prinzip handelt es sich um eine gültige 2-Euro-Münze, mit der man bezahlen könnte, aber kaum jemand würde dies bewusst tun.

Wenn ein Fehler eine Münze interessant macht

Neben seltenen Ausgaben können auch Fehler den Wert einer Münze steigern, und ein solcher Fund wäre realistischer. Ein markantes Beispiel ist der sogenannte Spiegeleischlag: Der andersfarbige Innenteil einer 1- oder 2-Euro-Münze sitzt nicht richtig, sodass sein Metall teilweise in den Außenring gedrückt wird. Die unregelmäßige Form ähnelt einem Spiegelei.

Auch eine ausgeprägte Verdrehung der beiden Münzseiten gegeneinander oder das Auftreffen auf den falschen Rohling kann von Interesse sein. Das Wirtschaftsmagazin „WirtschaftsWoche“ nennt mögliche Werte von bis zu 100 Euro für Spiegelei-Prägungen, bis zu 200 Euro für gedrehte Prägungen und bis zu 650 Euro für Prägungen auf falschen Rohlingen.

Bei der Herstellung von Münzen werden zwei unterschiedliche Metallteile zusammengefügt und unter hohem Druck geschlagen. Trotz präziser Technik und sorgfältiger Kontrolle gelangen immer wieder fehlerhafte Exemplare in den Umlauf.

In diesem Fall wurde die deutsche 2-Euro-Gedenkmünze „Sachsen-Anhalt“ aus dem Jahr 2021 auf einem 1-Euro-Rohling geprägt. Dadurch sind die Farben im Vergleich zu einem normalen 2-Euro-Stück umgekehrt: Der äußere Ring ist goldfarben, der innere Teil silberfarben. Außerdem wiegt das Exemplar nur 7,50 Gramm statt der üblichen 8,50 Gramm.

Einen vergleichbaren Prägefehler beziffert der Münzhändler Münzen Müller mit 1.200 Euro.

Dieses kleine „S“ wird dich nicht reich machen

Wie schnell eine gewöhnliche Münze zu einer vermeintlichen Sensation im Internet werden kann, zeigen Beispiele griechischer Münzen mit einem kleinen „S“ in einem der Sterne, die immer wieder als wertvolle Prägefehler angeboten werden, berichtet zwei-euro.com.

In Wirklichkeit steht der Buchstabe für „Suomi“, also Finnland, wo ein Teil der griechischen Münzen hergestellt wurde. Laut Münzexperten handelt es sich um eine reguläre Variante mit einer Auflage von 70 Millionen Stück. Das „S“ allein rechtfertigt daher keinen außergewöhnlichen Wert.

Eine wertvolle Münze gefunden? Polieren Sie es nicht!

Wenn Sie eine ungewöhnliche Münze entdecken, sollten Sie zunächst das Ausgabeland, das Jahr und das Motiv identifizieren. Die EZB dokumentiert die offiziellen 2-Euro-Gedenkausgaben auf ihrer Website.

Wenn Sie dann glauben, ein wertvolles Exemplar entdeckt zu haben, sollten Sie es von einem spezialisierten Münzhändler oder Auktionshaus bewerten lassen. Sollte sich der Fund bestätigen, ist ggf. ein Direktverkauf oder eine Auktion möglich. Erkundigen Sie sich unbedingt im Voraus nach etwaigen Gebühren und reinigen oder polieren Sie die Münze nicht, da dies ihren Wert für Sammler mindern kann. Durch Reiben oder Polieren können feinste Kratzer entstehen und der ursprüngliche Minzglanz verloren gehen.