Spanien verhängt gegen Airbnb eine Geldstrafe von 65 Millionen Euro: Warum die Regierung gegen illegale Vermietungen vorgeht

Das Bußgeld entspricht dem Sechsfachen des Gewinns, den Airbnb erzielt hat, als die Unterkünfte trotz Verstoßes gegen die Regeln noch gelistet waren.

Spanien hat gerade eine harte Linie bei Kurzzeitmieten gezogen.

Das Land hat gegen Airbnb eine Geldstrafe in Höhe von 65 Millionen Euro verhängt, weil das Unternehmen weiterhin für Kurzzeitmietobjekte geworben hat, die verboten waren oder über keine ordnungsgemäße Betriebsgenehmigung verfügten.

Das Ministerium für Verbraucherangelegenheiten des Landes erklärte, die Strafe sei endgültig und ordnete der in den USA ansässigen Plattform an, die illegalen Einträge sofort zu entfernen.

Beamte sagten, dass mehr als 65.000 Airbnb-Anzeigen gegen die spanischen Verbraucherschutzbestimmungen verstießen, einschließlich der Auflistung von Unterkünften ohne Lizenz oder mit Lizenznummern, die nicht mit den offiziellen Registern übereinstimmten.

Die Strafe entspricht dem Sechsfachen des Gewinns, den Airbnb zwischen der Warnung der Behörden vor den beanstandeten Einträgen und der Entfernung dieser Einträge erzielt hat.

Außerdem wächst der Druck auf die Regierung, die Beherbergungszahlen für Touristen einzudämmen, da sich die Wohnungskrise verschärft, insbesondere in Großstädten, die mit enormen Touristenzahlen zu kämpfen haben.

Warum hat Spanien eine Geldstrafe gegen Airbnb verhängt?

Nach Angaben der spanischen Behörden verstießen 65.122 Airbnb-Inserate gegen Vorschriften zum Schutz von Mietern und Verbrauchern.

Viele der Objekte befanden sich in Regionen, in denen kurzfristige Vermietungen eingeschränkt sind oder einer ausdrücklichen Genehmigung bedürfen.

Das Ministerium für Verbraucherschutz sagte, von Plattformen wie Airbnb werde erwartet, dass sie überprüfen, ob in Spanien beworbene Immobilien den lokalen und regionalen Wohnungsvorschriften entsprechen, einschließlich der Verwendung gültiger Lizenznummern.

Wenn dies nicht der Fall ist, bleiben diese Mietobjekte länger auf dem Markt, als sie sollten, was die Zahl der verfügbaren Wohnungen für Bewohner verringert, die eine langfristige Unterkunft suchen.

In einer vom Ministerium für Verbraucherangelegenheiten veröffentlichten Erklärung sagte Verbraucherrechtsminister Pablo Bustinduy, dass aufgrund der Wohnungsnot im Land „Tausende Familien am Rande leben“, während einige Unternehmen von „Geschäftsmodellen profitieren, die Menschen aus ihren Häusern vertreiben“.

Das Vorgehen beschränkte sich jedoch nicht nur auf Airbnb. Im Juni wies Spanien Booking.com außerdem an, mehr als 4.000 illegale Unterkunftseinträge zu entfernen.

Barcelonas Airbnb-Verbot und wachsende öffentliche Wut in Spanien

Barcelona ist zum sichtbarsten Brennpunkt im Kampf Spaniens gegen Kurzzeitmieten geworden.

In diesem Jahr kündigte die Stadt Pläne an, bis 2028 alle Touristenwohnungen auslaufen zu lassen und damit Plattformen wie Airbnb faktisch den Betrieb privater Ferienvermietungen in Wohngebäuden zu verbieten.

Stadtbeamte argumentieren, dass Kurzzeitmieten lokale Stadtteile ausgehöhlt, Bewohner aus dem Mietmarkt verdrängt und ganze Bezirke auf den Tourismus umgestaltet haben.

Lokale Gemeinden haben diese Bedenken zunehmend aufgegriffen und Proteste gegen den Massentourismus und die Lebenshaltungskosten veranstaltet – von Märschen bis hin zu spontanen Wasserpistolenangriffen.

Andernorts in Spanien haben regionale und nationale Regierungen einen ähnlichen Weg eingeschlagen.

Die Behörden haben kürzlich landesweit mehr als 53.000 illegale Touristenwohnungen aus den offiziellen Registern gestrichen, die meisten davon in Andalusien, auf den Kanarischen Inseln, Katalonien und Valencia.

Eine Rekordzahl von 94 Millionen ausländischen Touristen besuchte Spanien im Jahr 2024. Dieses Jahr ist auf dem besten Weg, diesen Rekord zu übertreffen.

Während der Tourismus eine wirtschaftliche Säule bleibt, sagen Beamte, dass eine strengere Regulierung von Kurzzeitmieten unerlässlich sei, um das Besucherwachstum mit der Lebensqualität der Anwohner in Einklang zu bringen.