Vom Nepalesischen Roten Kreuz gefilmte Aufnahmen zeigen, wie am 26. August Überschwemmungen durch den nepalesischen Distrikt Rasuwa strömten, nachdem eine Eis- und Felslawine einen Nebenfluss nahe der Grenze zu Tibet blockiert hatte. Später brach der natürliche Damm und strömte eine Flut von Wasser und Schutt ins Trishuli-Tal.
Die Katastrophe begann nach Angaben der Behörden gegen 8:40 Uhr. Besonders schwere Zerstörungen wurden rund um Rasuwagadhi, Timure und Syabrubesi gemeldet. Straßen, Brücken, Märkte und Wasserkraftwerke wurden beschädigt oder weggeschwemmt.
Die vorläufige Zahl der Todesopfer liegt bei mindestens 157, mehrere Hundert Menschen werden noch vermisst, darunter Sicherheitspersonal, Wasserkraftarbeiter, Zollbeamte und ausländische Touristen. Auf den vom Nepal Tourism Board veröffentlichten Listen sind Staatsangehörige aus mindestens 15 europäischen Ländern aufgeführt, darunter 53 Ukrainer, 33 Briten, mindestens acht Deutsche, vier Spanier und zwei Portugiesen.
Im benachbarten Bezirk Nuwakot suchten Retter und ein Spürhund schlammbedeckte Gebiete nach Überlebenden ab, während Fahrzeuge im Schlamm begraben lagen und Häuser beschädigt wurden. Mindestens 19 Straßenbrücken und rund 40 Kilometer Straßen wurden zerstört oder schwer beschädigt, wodurch die Handelsroute Kathmandu-Kerung unterbrochen wurde.
In Kathmandu versammelten sich Angehörige vermisster Personen mit Fotos ihrer Liebsten im Bir-Krankenhaus und warteten auf Neuigkeiten. Die Regierung hat Rasuwa, Nuwakot und Dhading zu Katastrophengebieten erklärt und Armee, Polizei und Hubschrauber eingesetzt. Schlechtes Wetter und instabile Hänge erschweren weiterhin die Rettungsbemühungen.