Nach Angaben der Behörden flohen zwei Insassen aus dem Dijon-Gefängnis, nachdem sie per Drohne Klingen erhalten hatten. Gegen einen wird wegen versuchten Mordes ermittelt, beide gelten als gefährlich.
Zwei Häftlinge entkamen am frühen Donnerstag aus dem Disziplinartrakt des Dijon-Gefängnisses, nachdem sie mit Klingen, die vermutlich von einer Drohne geliefert worden waren, ihre Zellengitter durchgesägt hatten, sagten Staatsanwälte.
Laut lokalen Medienberichten unter Berufung auf die Gewerkschaft Force Ouvrière handelt es sich bei den Flüchtlingen um einen 19-Jährigen, gegen den wegen versuchten Mordes und krimineller Verschwörung ermittelt wird, sowie um einen 32-Jährigen, dem Drohungen und schwere gewohnheitsmäßige Gewalt gegen seinen Ehepartner vorgeworfen werden.
Berichten zufolge befanden sich die beiden, die anschließend mit Decken über den Stacheldrahtzaun sprangen, isoliert und hatten keinen Kontakt zur Außenwelt. Beide gelten als gefährlich.
Die Gewerkschaft FO Justice sagte, sie habe seit Monaten vor einer Verschlechterung der Sicherheit im Dijon-Gefängnis gewarnt. „Trotz unserer wiederholten Warnungen hat sich das Management entschieden, in seiner völligen Blindheit zu verharren und sich zu weigern, die Realität vor Ort zu erkennen“, sagte die Gewerkschaft in einer Facebook-Erklärung.
Die Flucht folgt auf die Flucht eines Häftlings aus dem Gefängnis Rennes-Vézin in Ille-et-Vilaine letzte Woche während eines Ausflugs in ein Planetarium. Justizminister Gérald Darmanin entließ den Gefängnisdirektor umgehend.
Am Mittwoch gaben drei Gefängnisgewerkschaften eine gemeinsame Erklärung heraus, in der sie Darmanin vorwarfen, Ressourcen für Verbrechensbekämpfungseinsätze gegen gefährliche Drogenhändler zu priorisieren und gleichzeitig die Gefängnisdienste zu vernachlässigen.
Sie kritisierten die „Verachtung“ des Ministers und warfen ihm vor, alles zu tun, „um sein Image der Festigkeit und Reaktionsfähigkeit aufrechtzuerhalten“.
Nach Angaben des Justizministeriums vom Juli sind in französischen Gefängnissen rund 85.000 Insassen untergebracht, was die offizielle Kapazität von 62.509 Plätzen bei weitem übersteigt. Die durchschnittliche Auslastung liegt bei 135,9 %, wobei 29 Einrichtungen über 200 % liegen.