Der Drohnen- und Raketenangriff erfolgte Stunden nach einem seltenen Tagesangriff auf die ukrainische Hauptstadt, bei dem mindestens sechs Menschen getötet wurden.
Russland hat am frühen Donnerstag eine Flut von Drohnen und Raketen auf Kiew abgefeuert, nur wenige Stunden nach einem seltenen Tagesangriff am Mittwoch.
Bei dem Angriff seien mindestens fünf Menschen getötet und 16 weitere verletzt worden, berichtete der Chef der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkachenko, auf Telegram und warnte die Bürger, in Notunterkünften zu bleiben.
Die Luftangriffe zielten auf mehrere Bezirke Kiews und beschädigten mehrere Wohngebäude und zivile Infrastruktur.
Im Bezirk Darnytsia stürzte ein Wohngebäude teilweise ein und mehrere Menschen schlossen sich unter den Trümmern ein.
„Im Bezirk Darnytskyi ist eine Such- und Rettungsaktion im Gange“, berichtete Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko. Nach Angaben des ukrainischen Rettungsdienstes wurden mindestens zehn Menschen gerettet.
Herabfallende Drohnentrümmer hätten auf dem Dach eines fünfstöckigen Wohnhauses im Bezirk Dniprovskyi ein Feuer entfacht, sagte Klitschko. Im Bezirk Obolonskyi trafen Trümmer eine zwölfstöckige Wohnung und lösten einen Brand aus. Weitere Trümmer fielen auch auf ein Nichtwohngebäude, einen dreistöckigen Parkplatz und ein Geschäftszentrum, fügte er hinzu.
Am Mittwoch zuvor startete Moskau tagsüber einen massiven Luftangriff mit über 800 Drohnen, bei dem mindestens sechs Menschen getötet wurden.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, Moskau habe seine Drohnen „in Wellen“ gestartet und gezielt auf Regionen abgefeuert, die den Grenzen der NATO-Staaten am nächsten liegen.
Nach Angaben ukrainischer Beamter und Rettungsdienste wurden neben dem Rest des Landes auch westliche Regionen der Ukraine getroffen.
Bis vor Kurzem hatte Russland Massenangriffe mit Drohnen und Raketen hauptsächlich nachts durchgeführt.
Aber die Taktik scheint sich im März und April geändert zu haben, als Moskau auf eine Angriffsstrategie am Tag umstellte.
Laut dem in den USA ansässigen Institute for the Study of War dürfte die neue russische Taktik – die Kombination eines großen Nachtangriffs mit einem ebenso schweren Angriff am Tag – den Schaden für ukrainische Zivilisten wahrscheinlich erhöhen.