Laut der IPA-Umfrage „Istanbul Barometer“ haben 45,8 % der Einwohner Istanbuls im vergangenen Jahr keine Kultur- oder Kunstveranstaltung besucht, wobei hohe Ticket- und Eintrittspreise als Haupthindernis genannt wurden.
Laut der Juli-Ausgabe der Istanbul Barometer-Umfrage der Istanbul Planning Agency (IPA) haben 45,8 % der Einwohner Istanbuls im vergangenen Jahr keine kulturelle oder künstlerische Veranstaltung besucht.
Während die hohen Ticket- und Eintrittspreise das größte Hindernis für die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen waren (45 %), führten die wirtschaftlichen Bedingungen dazu, dass die Menschen ihre Ausgaben in gesellschaftlichen Einrichtungen wie Restaurants und Cafés am stärksten kürzten.
Die Juli-Ausgabe von Istanbul Barometer, dem monatlichen Datenbulletin der IPA, die der Istanbul Metropolitan Municipality (IMM) angeschlossen ist, konzentrierte sich auf die Überschrift „Kultur- und Unterhaltungsgewohnheiten in Istanbul“. Die mit 758 Teilnehmern durchgeführte Umfrage untersuchte den Grad des Engagements der Einwohner Istanbuls im kulturellen Leben, die Hindernisse für die Teilnahme, ihre Ausgaben für Kultur und Unterhaltung sowie ihre digitalen Unterhaltungsgewohnheiten.
Konzerte sind der beliebteste Ausflug der Istanbuler
45,8 % der Befragten gaben an, im vergangenen Jahr keine kulturelle oder künstlerische Veranstaltung besucht zu haben.
Unter denjenigen, die Veranstaltungen besuchten, waren Konzerte mit 33,9 % die beliebteste Wahl. Es folgten Theater- und Stand-up-Shows mit 21,8 % und Besuche in Kunstgalerien und Museen mit 21,2 %.
Der Anteil der Besucher von Buchmessen oder Autorenveranstaltungen lag bei 16,2 %, bei Straßenfesten und Open-Air-Veranstaltungen bei 16,1 % und bei Filmfestivals bei 11,9 %. Design-, Foto- und Modeveranstaltungen wählten 6,2 %, Tanzaufführungen 5,9 % und Opern-, Ballett- und klassische Musikkonzerte 5,7 %.
Als Hauptgrund für den erschwerten Besuch von Kulturveranstaltungen nannten 45 % der Befragten „hohe Ticket- und Eintrittspreise“. An zweiter Stelle stand mit 38,1 % Zeitmangel aufgrund von Arbeit oder Schule.
Die wirtschaftlichen Bedingungen wirken sich auf die Ausgaben für Kultur und Unterhaltung aus
Die Teilnehmer wurden außerdem gefragt, ob sie aufgrund der wirtschaftlichen Lage im vergangenen Jahr ihre Ausgaben für Kultur und Unterhaltung gekürzt hatten.
Die Kategorie, in der die Menschen am meisten gespart haben, waren mit 41,4 % Ausgaben in sozialen Einrichtungen wie Restaurants und Cafés. Unterdessen gaben 39,8 % der Befragten an, dass sie keine ihrer Ausgabenkategorien gekürzt hätten.
Der Anteil derjenigen, die bei Konzert- und Theaterkarten sparen, wurde mit 37,6 % gemessen, bei Kinokarten mit 37,2 %. Bei Museumsbesuchen sank der Wert auf 26 %, beim Kauf von Büchern, Zeitschriften und digitalen Inhalten auf 25,9 % und bei Abonnements von Streaming-Plattformen auf 25,2 %.
Digitale Inhalte gelten als zugänglicher und bequemer
Die Studie zeigte auch, dass die Digitalisierung eine immer wichtigere Rolle in den Kultur- und Unterhaltungsgewohnheiten der Istanbuler spielt.
Während 56,9 % angaben, lieber an Präsenzveranstaltungen teilzunehmen, entschieden sich 28,5 % für soziale Medien und digitale Inhalte statt für kulturelle Erlebnisse.
Von denjenigen, die digitale Inhalte gegenüber kulturellen Erlebnissen bevorzugen, gaben 34,3 % an, dass diese bei begrenzter Zeit praktischer seien. An zweiter Stelle standen mit 29,6 % die bessere Zugänglichkeit und geringere Kosten digitaler Inhalte.
Weitere 18,1 % gaben an, dass sich ihr soziales Umfeld ebenfalls in Richtung digital verlagert, und 12,5 % gaben an, dass es schwierig oder ermüdend sei, physische Veranstaltungsorte zu erreichen.
Die Einwohner Istanbuls konsumieren täglich mehr als drei Stunden digitale Unterhaltung
Laut der Umfrage verbringen die Einwohner Istanbuls durchschnittlich 3 Stunden und 8 Minuten am Tag damit, digitale Unterhaltungsinhalte zu konsumieren.
Ihre durchschnittliche tägliche Freizeit, ohne Arbeit, Schlaf, Mahlzeiten und Kinderbetreuung, wurde auf 3 Stunden und 44 Minuten berechnet. Die Tatsache, dass diese beiden Zahlen sehr nahe beieinander liegen, deutet darauf hin, dass die Einwohner Istanbuls einen großen Teil ihrer Freizeit dem Konsum digitaler Inhalte widmen.