Denkanstoß: Italienische kulinarische Traditionen stehen auf der Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO

Die italienische Küche und ihre biokulturelle Vielfalt wurden von der UNESCO als Weltneuheit in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Der Schritt würdigt die Art und Weise, wie das Land die Küche als gemeinschaftliche Aktivität würdigt, und lobt seinen Anti-Verschwendungs-Ansatz bei Rezepten.

Die italienische Küche und all ihre Traditionen wurden von der Kulturagentur der Vereinten Nationen als Vorbilder gepriesen, denen man folgen und die man schützen sollte.

Bei einem Treffen des Zwischenstaatlichen Ausschusses der UNESCO am Mittwoch in Neu-Delhi wurde einstimmig beschlossen, die italienische Küche auf der Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit zu belassen.

Es ist die weltweit erste Küche, die in ihrer Gesamtheit anerkannt wird.

In einer Erklärung beschrieb das Komitee die italienische Küche als „kulturelle und soziale Mischung kulinarischer Traditionen“ und lobte die Praxis als „eine Möglichkeit, für sich selbst und andere zu sorgen, Liebe auszudrücken und die eigenen kulturellen Wurzeln wiederzuentdecken und Gemeinschaften eine Möglichkeit zu bieten, ihre Geschichte zu teilen und die Welt um sie herum zu beschreiben.“

Stolz, Gewinn und Nachhaltigkeit

Das UN-Komitee lobte außerdem die Verwendung von Rohstoffen, die Saisonalität und die handwerklich hergestellten Speisen der italienischen Küche sowie den Respekt vor „Zutaten und gemeinsamen Momenten am Tisch“.

„Menschen jeden Alters und Geschlechts nehmen teil und tauschen Rezepte, Vorschläge und Geschichten aus, wobei Großeltern oft traditionelle Gerichte an ihre Enkel weitergeben“, heißt es weiter.

Ebenso gelobt wird die italienische Küchenkultur für ihre „Anti-Waste-Rezepte“, die dazu beitragen, den Sinn für Nachhaltigkeit zu bewahren und die biokulturelle Vielfalt Italiens zu fördern.

„Es gibt eine kollektive und anhaltende Diskussion über Lebensmittel, die den Verzehr von Mahlzeiten verändert, sei es am Esstisch in Schulen, in Einzelkantinen oder in Trattoria-Tavernen“, heißt es in einem UNESCO-Video, das Italiens frühere und gegenwärtige Einstellung zu seiner Küche dokumentiert.

Die Anerkennung durch die UN-Organisation für Kultur und Kulturerbe wurde von der italienischen Regierung verständlicherweise begrüßt. In einer Videobotschaft antwortete Premierministerin Giorgia Meloni: „Das ist ein Rekord, der uns stolz macht, denn die Küche ist unser beeindruckendster Botschafter.“

Laut der italienischen Regierung bedeutet Stolz auch gute Gewinne mit einem Angebot an Kultur und Küche im Wert von schätzungsweise 250 Milliarden Euro weltweit.