Ab dem 1. Juli 2026 wird die EU eine Gebühr auf kleine Pakete erheben, die in die Union eingeführt werden, wobei E-Commerce-Plattformen wie Temu und Shein voraussichtlich am stärksten betroffen sein werden.
Die EU-Länder haben sich am Freitag darauf geeinigt, eine Steuer von 3 Euro auf alle Pakete unter 150 Euro zu erheben, die in die Union eingeführt werden. Dies ist ein Versuch, die wachsende Dominanz chinesischer E-Commerce-Plattformen wie Temu und Shein einzudämmen, die Milliarden von Billigartikeln auf dem EU-Markt verkaufen.
„Da der E-Commerce rasant wächst, verändert sich die Welt schnell – und wir brauchen die richtigen Instrumente, um Schritt zu halten“, sagte EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič.
„Deshalb ist die Entscheidung über Zölle für kleine Pakete, die in die EU eingeführt werden, so wichtig, um im heutigen Zeitalter des E-Commerce einen fairen Wettbewerb an unseren Grenzen zu gewährleisten.“
Die ab dem 1. Juli 2026 gültige Entscheidung gilt pro Paket und nicht pro Artikel. Das heißt, wenn ein Kunde drei Artikel kauft, die zusammen in einem einzigen Paket versendet werden, beträgt die Steuer 3 €; Wenn die Artikel in drei separaten Paketen geliefert werden, fällt die Steuer für jedes Paket an.
Die Zahl kleiner E-Commerce-Pakete, die in die EU gelangen, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Nach Angaben der Europäischen Kommission wurden im Jahr 2024 etwa 4,6 Milliarden Euro an geringwertigen Sendungen unter 150 Euro in die EU importiert, was einem Durchschnitt von 12 Millionen Paketen pro Tag entspricht.
Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2023 und den 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2022.
Nach geltendem Recht unterliegen Pakete, die weniger als 150 € kosten, der Zollpflicht. Die EU hat sich jedoch kürzlich darauf geeinigt, eine solche Ausnahme abzuschaffen.
Die Entscheidung ist vorübergehend, bis die EU eine dauerhafte Lösung für die Abschaffung der Zollbefreiungsschwelle findet.