Die Europäische Kommission behauptet, Moskaus Angriffskrieg gegen die benachbarte Ukraine habe die Risiken für russische Visumantragsteller verändert.
Die Europäische Kommission hat die Regeln für die Erteilung von Schengen-Visa für die mehrfache Einreise an russische Passinhaber mit Wohnsitz in Russland verschärft und stellt nun nur noch Besuchervisa für die einmalige Einreise aus.
„Die neuen Regeln schränken die Erteilung von Mehrfachvisa für russische Antragsteller stark ein. Allerdings bleiben bestimmte begrenzte Ausnahmen bestehen“, sagte Markus Lammert, Sprecher der Europäischen Kommission, am Freitag auf einer Pressekonferenz.
Diese Ausnahmen gelten für nahe Familienangehörige russischer Staatsbürger mit Wohnsitz in der EU und Familienangehörige von EU-Bürgern, die ein Visum für die mehrfache Einreise mit einer Gültigkeit von bis zu einem Jahr erhalten können.
Darüber hinaus können Transportarbeiter ein Visum für die mehrfache Einreise für bis zu neun Monate erhalten.
Der Kommissionssprecher fügte hinzu, dass europäische Länder in Ausnahmefällen auch Mehrfachvisa „an Personen ausstellen könnten, deren Zuverlässigkeit und Integrität zweifelsfrei ist“, darunter Dissidenten, unabhängige Journalisten, Menschenrechtsverteidiger und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen.
Die neuen Regeln gelten nicht rückwirkend und gelten nur für Neuanträge.
Bisherige Einschränkungen
Europa hatte bereits nach der umfassenden Invasion der Ukraine im Jahr 2022 die Visabestimmungen für russische Reisende verschärft.
Die EU hat das Visaerleichterungsabkommen mit Russland vollständig ausgesetzt, wodurch die Beantragung eines Kurzaufenthaltsvisums für Russen teurer und schwieriger wurde.
Darin hieß es außerdem, dass russische Reisedokumente, die in den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine ausgestellt wurden, für die Einreise in den Schengen-Raum nicht akzeptiert würden.
Litauen, Lettland und Estland gingen noch einen Schritt weiter und schränkten die Einreise russischer Staatsbürger in ihr Hoheitsgebiet ein.
Nach Angaben der Europäischen Kommission wurden im Jahr 2024 mehr als 600.000 Anträge auf Kurzaufenthaltsvisa von der EU und den assoziierten Schengen-Ländern an Russen ausgestellt, mit einer Ablehnungsquote von 7,5 %, verglichen mit etwa 520.000 im Jahr 2023.