Der Magdeburger Weihnachtsmarkt wird ein Jahr nach einem tödlichen Autoanschlag wiedereröffnet

Mindestens 250.000 Euro seien in neue Sicherheitssysteme investiert worden, darunter Betonblöcke, die Autos vom Markt fernhalten sollen, berichteten deutsche Medien.

Der Weihnachtsmarkt in der deutschen Stadt Magdeburg wurde am Donnerstag eröffnet, fast ein Jahr nachdem er Schauplatz eines Autounfalls war, bei dem sechs Menschen ums Leben kamen.

Mehr als 140 Händler öffneten ihre Stände und verkauften Kerzen, Wollmützen, kandierte Mandeln, Glühwein und andere Weihnachtsleckereien, berichtete die deutsche Nachrichtenagentur dpa. Auf dem Markt gibt es auch ein Riesenrad und eine Eisbahn.

„Die Erwartungen sind hoffnungsvoll, natürlich mit größtem Respekt vor dem, was letztes Jahr passiert ist, und wir hoffen einfach, dass die Menschen ihren Weihnachtsmarkt wiederentdecken“, sagte Paul-Gerhard Stieger, Geschäftsführer der Magdeburger Weihnachtsmarkt GmbH, gegenüber RTL Television.

Nach Diskussionen über die ausreichende Sicherheit des Marktes Anfang des Monats und einer vorläufigen Weigerung staatlicher Beamter, die Genehmigung für die Eröffnung zu erteilen, haben die Stadt und die Organisatoren weitere Verbesserungen vorgenommen, um die Sicherheitsmaßnahmen zu erhöhen.

Nach dem Anschlag im vergangenen Jahr, bei dem nach Angaben der Ermittler ein gemieteter BMW

Mindestens 250.000 Euro wurden in neue Sicherheitssysteme investiert, darunter Betonblöcke, die Autos vom Markt fernhalten sollen, berichtete die dpa.

Bei dem etwas mehr als eine Minute dauernden Angriff vom 20. Dezember letzten Jahres starben fünf Frauen und ein Junge, viele weitere wurden verletzt.

Anfang des Monats wurde der Verdächtige wegen Mordes vor Gericht gestellt.

Taleb al-Abdulmohsen, ein 51-jähriger saudischer Arzt, wurde im Prozess vor dem Landgericht Magdeburg, dessen Sitzungen bis März angesetzt sind, wegen sechs Mordfällen und 338 Mordversuchen angeklagt.

Bei einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.

Weihnachtsmärkte sind ein wichtiger Teil der deutschen Kultur als jährliche Feiertagstradition, die seit dem Mittelalter geschätzt und erfolgreich in weite Teile der übrigen Welt exportiert wird.